LH Haider: Instrumente für Belebung der Innenstädte und Sicherung der Nahversorgung nützen

"Handelsempfang" der Wirtschaftskammer

Klagenfurt (LPD) - Um den Trend zu stoppen oder zu mindern, dass immer mehr Einkaufszentren auf der grünen Wiese entstehen, sollte die Lenkungsfunktion der Raumordnung und Flächenwidmung wahrgenommen werden, regte Landeshauptmann Jörg Haider beim "Handelsempfang" der Kärntner Wirtschaftskammer im Wifi Klagenfurt an. Die bisherige Raumordnungspolitik habe das geschaffen, was nun beklagt werde. Es könnte eine Flächenwidmungsabgabe eingehoben werden, was die Lust, sich auf der grünen Wiese anzusiedeln, reduzieren könnte. Auch bei den Einheitswerten könnte eine zusätzliche Kategorie eingeführt werden, wodurch jene Großbetriebe, die sich außerhalb der Stadtkerne niederlassen, mehr Grundsteuer zu zahlen hätten.

Die Gemeinden könnten auch durch entsprechende Freibeträge bei der Kommunalsteuer den Standort für Betriebe in den Innenstädten attraktiver gestalten. Es sollten zudem alle Möglichkeiten genutzt werden, in den Innenstädten "Einkaufserlebnis" zu schaffen, um damit die Attraktivität zu erhöhen, so Haider.

Neben diesen Anregungen wies der Landeshauptmann auf die Vorteile der jüngsten Steuerreform hin, die eine Steuersenkung sei, weil sie ohne Gegenfinanzierung erfolge. Dies diene dazu, mehr Kaufkraft zu schaffen. Besonders wichtig seien auch der begünstigte Steuersatz für nicht entnommene Gewinne, die starke Senkung der Köst und der Entfall der 13. Umsatzsteuervorauszahlung.

In einer Talk-Runde zeigten die Teilnehmer Landeshauptmann Jörg Haider, LHStv. Peter Ambrozy, NRAbg. Elisabeth Scheucher und Rolf Holub großen Konsens bei den Themen Belebung der Innenstädte, Sicherung der Nahversorgung auch im ländlichen Bereich sowie den Ladenschlusszeiten.

Der Landeshauptmann sagte, dass er einer weiteren Liberalisierung der Öffnungszeiten nicht zugestimmt habe. Auch die Sonntagsruhe müsse weiterhin erhalten bleiben. LHStv. Ambrozy sprach sich ebenfalls gegen weitere Liberalisierungsschritte aus. Er ergänzte, dass die Beschäftigungszeiten ein öffentliches Thema sein sollten. Im Hinblick auf die Attraktivierung von Innenstädten plädierte er für eine Kostenverbesserung für die Innenstadtbetriebe. So müssten Parkflächen und Pachtpreise günstiger werden. Seitens der Kommunen könnte noch viel mehr für das Einkaufsambiente getan werden. Scheucher sieht Handlungsbedarf bei der Ausweitung der Kinderbetreuungszeiten im Hinblick auf die Ladenöffnungszeiten.

Kommerzialrätin Juliane Krendelsberger von der Wirtschaftskammer strich die enorme Bedeutung des Handels hervor. Ein Drittel aller Unternehmer ist Mitglied der Sparte Handel. Ein Viertel aller Beschäftigten arbeiten im Handel, der auch der größten Umsatzsteuerzahler in Kärnten sei. Sie wies auf die großen Chancen angesichts der EU-Erweiterung und die Kooperation mit Slowenien hin und plädierte ebenfalls für die Sicherung der Nahversorgung und die Erhaltung der Vielzahl der kleinen Betriebe. Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher lobte die Steuerreform zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes.

Am "Handelsempfang" nahmen neben zahlreichen Handelsfunktionären und Unternehmern weitere Ehrengäste teil, unter ihnen WK-Vizepräsident Albert Gunzer, Vizebürgermeister Mario Canori, Landtagspräsident Peter Mitterer, die Landtagsabgeordneten Wutte, Neuner, Ramsbacher, Lutschounig, Bundesrätin Renate Kanovski-Wintermann, Messepräsident Walter Dermuth, Landesamtsdirektor Reinhard Sladko, Bezirkshauptmann Heinz Pansi und Berufsschulinspektor Franz Gigacher.
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