"Neues Volksblatt" Kommentar: "Gewalt" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 22. Jänner 2004

Linz (OTS) - =

Die "68er" lassen grüßen. Die studentische
Protesbewegung gegen Gesellschaft und Politik hat seinerzeit Europa in Geiselhaft genommen und traurige Beispiele von Intoleranz und Gewalt geliefert. Sie ist letztendlich zur Keimzelle der so genannten außerparlamentarischen Opposition und in der Folge auch von Terrorismus und Menschenverachtung geworden.
Der Tortenwurf an der Wiener Universität ist davon weit entfernt. Er ist kindisch und dumm. Er wirft ein bezeichnendes Licht auf den oder die Täter - und das gesellschaftspolitische Umfeld, dem sich diese Typen zugehörig fühlen.
Nicht das Tortenwerfen an sich bedarf somit der weiteren Analyse, sondern der Geist, der dahinter steckt. Er verrät eine Gesinnung, die mit Demokratie wenig am Hut hat und zu Gewalt neigt. Und hier gibt es nichts mehr zu verniedlichen oder zu beschönigen. Wenn Josef Broukal quasi entschuldigend für die Eskalation anmerkt, dass die ÖVP und ihre Bildungspolitik die Ursache für den Tortenwurf seien, so begibt er sich auf gefährliches Terrain. Rechtfertigungsversuche für Gewalt haben in der Demokratie nicht zu suchen.

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