Faymann warnt: Wohnbauförderungs-Kürzung wäre katastrophal

Jährliche Investitionen von 1,2 Milliarden Euro in Gefahr

Wien (OTS) - "Die Bedeutung der Wohnbauförderung wird in Zukunft -nicht zuletzt durch die EU-Erweiterung - eher noch größer werden. Die Stadt Wien wehrt sich deshalb dagegen, dass in periodischen Abständen vom Bund Kürzungsabsichten geäußert werden. Denn das führt nicht nur zu einer Verunsicherung der Wohnungssuchenden, sondern auch zu einer Verunsicherung der Betriebe, die im Wohnbaubereich tätig sind und deren Auftragslage und manchmal sogar deren Existenz - von der Wohnbauförderung abhängt.

Stadtrat Faymann: "Ich gehe eigentlich davon aus, dass bei fairen und seriösen Verhandlungen für den neuen Finanzausgleich zwischen dem Bund und den Ländern endlich alle Fakten auf den Tisch kommen! Dabei wird sich zeigen, dass Wien die gesamten Wohnbauförderungs-Mittel auch tatsächlich für den Wohnbau aufwendet. Wenn der Bund die positiven sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Investitionen objektiv überprüft, wird das Ergebnis heißen, dass die Wohnbauförderung in vollem Umfang beibehalten werden muss", erklärte der Wiener Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

Die Streichung der Wohnbauförderung wäre nicht nur für Wohnungssuchende eine Katastrophe, weil sich die Preise für Mieter und Eigentümer von Neubauwohnungen verdoppeln. Sie würde in einer kurzen Zeit zu einer Verringerung des Gesamtangebots an Wohnungen bedeuten und dadurch das gesamte Wiener Mietpreisniveau deutlich heben. Wohnen in Wien würde sich sofort verteuern!

Auch die Altstadtsanierung, die thermische Sanierung und die Verbesserung von schlecht ausgestatteten Wohnungen müsste sofort eingestellt werden. Für die sanierungsbedürftigen Gebiete Wiens eine Katastrophe!

Kürzung der Wohnbauförderung wäre auch für Betriebe ein Bumerang

Aber auch für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt hätte eine Kürzung der Wohnbauförderung äußerst negative Konsequenzen. Selbst wenn der Finanzminister den Wohnbauförderungsbeitrag der Betriebe herabsetzt, würden diesen geringen Einsparungen der Betriebe riesige Auftragseinbrüche gegenüber stehen. Denn die Wohnbauförderung ist ein wichtiger Impulsgeber für die Bauwirtschaft und das Baunebengewerbe. Durch die 585 Millionen Euro, die die Stadt Wien heuer in den Wohnbau investiert, wird ein Gesamt-Bau-Volumen von 1.230 Millionen Euro ausgelöst. Die Wohnbauförderung bewirkt damit einen direkten beschäftigungspolitischen Effekt von 21.500 Arbeitsplätzen. Dieser Markt würde bei einer Kürzung der Wohnbauförderung einbrechen. Neben einer deutlich höheren Arbeitslosigkeit würde das auch verringerte Steuereinnahmen bedeuten.

Dabei sind die wichtigen Nachfolgeinvestitionen, die von den Mietern selbst getätigt werden, noch gar nicht einberechnet. Von diesen Investitionen profitieren die unterschiedlichsten Wirtschaftsbereiche, von Fliesenlegern, Tapezierern und Tischlern über Baumärkte bis zu Einrichtungshäusern.

Wien: Gemeinsamer Kampf für die Wohnbauförderung

"In Wien hat bisher Einigkeit über alle Parteigrenzen hinweg darüber geherrscht, dass qualitativ hochwertige, ökologische und vor allem leistbare Wohnbauten nur durch die Wohnbauförderung möglich sind. Neue Stadtteile wie die Gasometer City, die Donau City oder die Wienerberg City gäbe es ohne Wohnbauförderung gar nicht. Auch die Stadterneuerung, auf die Wien zurecht stolz ist und die Wien zu einem touristischen Highlight macht, würde ohne Wohnbauförderung zum Erliegen kommen." Stadtrat Faymann: "Ich hoffe, dass sich in dieser Frage alle Wiener Parteien weiter in derselben Geschlossenheit für die Interessen Wiens einsetzen und gemeinsam für die Beibehaltung der Wohnbauförderung kämpfen werden".

Zahlen und Daten zur Wohnbauförderung:

Der Wohnbauförderungszuschuss des Bundes an die Stadt Wien beträgt 2004: 460 Mio. Euro

Die Stadt Wien investiert aber deutlich mehr: Im Jahr 2004 werden 542 Mio. Euro investiert.

o Neubau

Der geförderte Neubau bleibt auf hohem Niveau aufrecht. Im kommenden Jahr sollen so wie heuer Neubauten mit etwa 5.000 Wohnungen gefördert werden. Die Wohnbauförderung liegt bei 239,5 Millionen Euro, die Gesamtbaukosten liegen bei etwa 540 Millionen Euro. Das bedeutet einen beschäftigungspolitischen Effekt von etwa 7.500 Arbeitsplätzen.

o Sanierung

Im Jahr 2004 werden Wohnhäuser mit insgesamt 10.000 Wohnungen gefördert saniert. Diese Sanierungen erhöhen nicht nur die Wohnzufriedenheit und den Wohnkomfort durch neue Leitungen, Aufzugseinbauten, Bädereinbauten, Dachbodenausbauten usw., sondern sie bringen im Allgemeinen handfeste Einsparungen für die Mieter, deren Heizkosten durch bessere Wärmedämmungen deutlich sinken. Die 207 Millionen Euro Wohnbauförderung der Stadt in diesem Bereich ermöglichen ein Gesamtsanierungsvolumen von etwa 380 Millionen Euro. Das bedeutet Beschäftigung für etwa 7.850 Menschen in Wien.

o Subjektförderung auf Rekordkurs

Neben den Wirkung als Wirtschaftsmotor erfüllt die Wiener Wohn-Politik eine wichtige sozialpolitische Rolle. Eine Reihe unterschiedlicher Instrumente dient dem Ziel, Wohnen für alle leistbar zu machen. Neben den Objektförderungen für Neubauten und Sanierungen sind das insbesondere Subjektförderungen wie die Wohnbeihilfe, die Superförderung usw. Der Rekordwert von 95,5 Millionen Euro ist an Subjektförderung im Voranschlag für 2004 vorgesehen. (Schluss) gmp/

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