Pharmig: Hauptverband gibt Pharma-Industrie recht

Die Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen fühlt sich vom Hauptverband in ihrer Kritik bestätigt.

Wien (OTS) - "Wir haben nie bestritten, dass im letzten Jahr 229 Medikamente ins Heilmittelverzeichnis aufgenommen worden sind, das steht fest. Fest steht aber auch, dass das fast ausschließlich Generika, also Nachahmerpräparate waren und kaum Innovationen", erklärt Erhard P. Geisler, Geschäftsführer der Branchenvereinigung Pharmig, in einer Reaktion auf die heutige Aussendung des Hauptverbands. "Daher fühlen wir uns vom Hauptverband in all unseren Kritikpunkten bestätigt."

Die hohe Zahl von Generika führt auch zur scheinbar niedrigen durchschnittlichen Dauer von 80 bis 90 Tagen, bis ein Medikament ins Heilmittelverzeichnis aufgenommen wird. Während nämlich bei Generika die Aufnahme in die Liste der frei verschreibbaren Präparate in der Regel innerhalb von Wochen erfolgt, dauert es bei innovativen Medikamenten Monate und Jahre, bis sie für den Patienten kassenfrei sind - falls es überhaupt je dazu kommt. "Unsere Beispiele beweisen aber, dass etliche innovative Medikamente in vielen EU-Ländern auf Kosten der Krankenkassen abgegeben werden - nur in Österreich nicht. Hier gibt es eindeutig einen großen Nachholbedarf", argumentiert Geisler.

Bestürzt ist Geisler über die klaren Aussagen von Josef Probst vom Hauptverband in bezug auf die künftige Regelung der Chefarztpflicht. Probst in der heutigen Aussendung wörtlich: "Unser Ziel ist, dass die Einholung der kassenärztlichen Bewilligung nicht mehr durch den Patienten erfolgt, sondern durch den verschreibenden Arzt." Pharmig-Chef Geisler dazu: "Das zeigt einmal mehr, dass die versprochene Abschaffung der Chefarztpflicht nicht stattfindet und die Österreicher zu Recht fürchten müssen, künftig noch weniger neue Medikamente zu bekommen als bisher." Seine Prognose: "Die Situation für die österreichischen Patienten wird sich nicht verbessern, sondern im Gegenteil eher verschlechtern."

Für Verwunderung sorgt bei Geisler der Hinweis von Probst auf die "fetten Gewinne" der Pharma-Industrie: "Das ist Gedankengut aus dem vorigen Jahrhundert. Es wird langsam Zeit, dass der Hauptverband diese ideologischen Versatzstücke entsorgt."

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