Broukal: "Ich bin gegen das Torten-Werfen"

Weitere schutzwürdige Bereiche der Unis: Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung, Finanzierung

Wien (SK) "Es war zu erwarten, dass die ÖVP sich auf diesen unerfreulichen und abzulehnenden Vorfall stürzt und jetzt so tut, als bestünde das Problem der Universität darin, dass sich die Wissenschaftssprecher der Opposition deutlich genug gegen das Tortenwerfen aussprechen", so SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal in Reaktion auf die erbosten Aufforderungen seitens Bildungsministerin Gehrer und ÖVP-Klubchef Molter. Broukal will diesen Aufforderungen von Gehrer und Molterer gerne nachkommen: "Ich bin gegen das Torten-Werfen und werde jeden, soweit es in meiner Macht steht, davor beschützen, mit einer Torte beworfen zu werden", betonte Broukal Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ und fügte hinzu, dass man sich nun auch anderen schutzwürdigen Themen zuwenden müsse. ****

Zu den wichtigen Fragen für die Universitäten zählt Broukal die Frage, warum die ÖVP die Unis "nicht vor dem Raubzug des Finanzministers schützt". Broukal hält es für interessant, dass der Finanzminister, der Jahr für Jahr Millionen Euro von den Unis abziehe, in der Diskussion überhaupt nicht vorkomme.

Broukal fragte: "Warum schützt Bildungsministerin Gehrer nicht die Studierenden und Lehrenden vor ständig schlechter werden Studien- und Arbeitsbedingungen?" Und an die Adresse der gesamten Regierung: "Warum stellt sich die Regierung nicht vor die Studierenden und jungen Lehrenden und schützt ihre Mitbestimungsrechte?" Sobald dies passiere, wolle er, Broukal, sich auch gerne ein weiteres Mal von Torten-Würfen distanzieren. Zugleich richtete Broukal die Aufforderung an die aufgebrachten ÖVP-Politiker:
"Distanzieren Sie sich von der unmöglichen Wissenschafts- und Universitätspolitik, die Sie in den letzten Jahren betrieben."

Broukal merkte außerdem an, dass man Rektor Georg Winckler vorhalten könne, dass er in den vergangenen Wochen und Monaten "nicht sensibel genug" gewesen sei. An die Adresse der ÖH richtete Broukal den Rat, dass man Gesprächsangebote annehmen sollte. Ob ein Gespräch sinnvoll sei, könne man im Normalfall erst im Nachhinein bewerten. Eine Moderation der Gespräche zwischen Hochschülerschaft und der Uniführung durch den ehemaligen VfGh-Präsidenten Ludwig Adamovich hält Broukal nach wie vor für sinnvoll. (Schluss) wf

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