Sima: "Aufstockung der EURATOM-Gelder bedeutet mehr Geld für AKW-Bau"

"Regierung verlässt Anti-Atom-Konsens"

Wien (SK) "Das Ja der Regierungsparteien zu einer Aufstockung der EURATOM-Gelder ist ein Ja zur Finanzierung von Atomkraftwerken", stellt SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima fest. Bisher sei noch kein Reaktor mittels EURATOM-Kredite sicherer gemacht oder stillgelegt worden, im Gegenteil, es wurde bislang in die Betriebsverlängerung oder den Fertigbau von Ost-Reaktoren investiert, betont Sima. "Auch wenn die Regierung nun versucht, eine Aufstockung der Gelder durch angebliche Sicherheitsverbesserungen schönzureden, so sieht die Realität leider ganz anders aus. Eine Zustimmung Österreichs zur Aufstockung des EURATOM-Kreditrahmens von 4 auf 6 Milliarden Euro ist völlig inakzeptabel", betont Sima erneut und verwahrt sich gegen die Vorwürfe von Minister Pröll. "Nicht die Opposition verlässt den österreichischen Anti-Atom-Kurs, sondern die Regierung. Denn bislang war in Österreich unbestritten, dass nicht noch mehr Mittel in den Bau von Atomreaktoren fließen dürfen", so Sima. ****

Ein Blick auf die Liste jener Projekte, die mittels EURATOM bislang finanziert wurden, belege klar: Es fließen Unsummen in Betriebsverlängerungen und AKW-Fertigbauten. So seien etwa in die Betriebsverlängerung der beiden WWER-1000 Reaktoren des bulgarischen AKW Kosloduj 5 und 6 Kredite in der Höhe von 212,4 Millionen Euro geflossen. Der größte EURATOM-Kredit wurde für die Fertigstellung der beiden ukrainischen Reaktoren K2/R4 in der Höhe von 680,5 Millionen Euro gewährt. "In der Warteschleife befinden sich u. a. das russische AKW Kalinin 3 und der kanadische Schwerwasserreaktor Cernavoda-2 in Rumänien, für den mittels EURATOM 250 Millionen Euro gewährt werden sollen", erläutert Sima.

Und in einem Papier der EU-Kommission sei die Rede von 6 neuen Reaktoren an 4 russischen Standorten, für die ebenfalls EURATOM-Kredite herangezogen werden sollen. "Wie man angesichts dieser Fakten von der Sinnhaftigkeit der EURATOM-Gelder in Sinne einer konsequenten Anti-Atom-Politik sprechen kann, ist schleierhaft", so Sima. Mehr Geld für EURATOM bedeute klar mehr Geld für AKWs in Europa und nicht mehr Geld für die Sicherheit der Bevölkerung, schloss die Umweltsprecherin. (Schluss) wf/mp/mm

Hintergrund-Papier zu EURATOM und finanzierten bzw. geplanten Projekten auf www.ulliSima.at

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