"Konsument"-Analyse: Was wurde aus 100.000 Schilling?

Deutliche Unterschiede bei einzelnen Anlageformen innerhalb der letzten zehn Jahre. Ergebnisse auf zukünftige Entwicklungen nur bedingt übertragbar.

Wien (OTS) - In seiner aktuellen Ausgabe geht "Konsument" der
Frage nach, wie sich eine Investition von 100.000 Schilling in den letzten zehn Jahren entwickelt hat. Das Verbrauchermagazin analysiert dabei zehn verschiedene Anlageformen - vom Kapitalsparbuch bis zu Immobilienbeteiligung und Aktien. Fazit: Die vollmundig in die Verkaufsschlacht geworfenen Superrenditen gibt es nicht. Realistisch sind 3 bis 5 Prozent Ertrag jährlich nach Abzug der Kosten. Außer man spekuliert.

Wer 1993 investierte, hatte Glück: Die Zinsen waren relativ hoch und der Kapitalmarkt war im Aufwind. Aber nicht jede Anlageform hielt, was damals versprochen wurde. Besitzer von Kapitalsparbüchern freuen sich nach zehn Jahren zwar nicht über gewaltige, aber doch solide und vor allem bombensichere Wertzuwächse in Höhe von 2,3 Prozent jährlich nach Abzug der Inflation (zwischen 1993 und 2003 sank der Wert des Geldes um ca. 19 Prozent). Auch der Einmalerlag für eine Lebensversicherung brachte in den letzten Jahren einen Ertrag von immerhin 4,5 Prozent.

Zu den Verlierern im "Konsument"-Vergleich zählen zwei in größerem Stil vertriebene Immobilienbeteiligungen. Immobilienbeteiligungen haben nichts mit der gern suggerierten "Sicherheit" einer Immobilie gemein, sondern können auch hohe Verluste bringen, warnt "Konsument". Mit einem Wertverlust von minus 1,3 Prozent für eine konkrete stille Beteiligung bzw. minus 5,1 Prozent jährlich für eine konkrete Kommanditbeteiligung gehören sie zu den Verlierern unter den Anlageformen.

Bei Aktien spielt immer der Zeitpunkt der Anlage sowie die Aktie selbst eine wichtige Rolle. Denn in zehn Jahren kann sich sowohl in Wirtschaft als auch Politik viel tun. Das Beispiel des Heimspiels OMV gegen AUA zeigt deutlich die unterschiedlichen Entwicklungen. Während es bei der OMV eine Wertentwicklung gab, die einer Rendite von 7,9 Prozent entspricht, kommt der Wertverlust bei der AUA einem jährlich Minus von 7,8 Prozent gleich.

Weit geringer sind dafür die Unterschiede bei Anleihen und Investmentfonds. Die analysierten vier Bundesanleihen schafften bescheidene, aber sichere 2,6 bis 4,4 Prozent, vier populäre Rentenfonds lagen im Bereich von 3,3 bis 4,3 Prozent jährlich. Der reale Gewinn bei Aktienfonds lag zwischen 4,1 (ESPA-Stock-Europe) bis 13,9 Prozent (Fidelity European Growth Fund). Insgesamt ein relativ solides Ergebnis, bilanziert "Konsument".

Die "Konsument"-Analyse zeigt:
Die in Beratungsgesprächen immer wieder versprochenen Renditen von acht, zehn oder zwölf Prozent sind keineswegs realistisch. Immobilienanlagen erfüllten die kolportierten Chancen auf Wertsteigerung in den letzten zehn Jahren nicht. Gold eignet sich zwar als Wertsicherungs- und Spekulationsinstrument, ein planbarer Vermögensaufbau ist damit jedoch nicht möglich. Veranlagungserfolge sind immer vom zur Verfügung stehenden zeitlichen Spielraum abhängig. Wer vor zwei Jahren 1993 erworbene Aktieninvestmentfonds wegen Kapitalbedarfs auflösen hätte müssen, hätte Pech gehabt: Die Rendite wäre deutlich geringer ausgefallen - vielleicht nicht einmal auf Sparbuch-Niveau.

Der VKI rät deshalb:
Das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Geldanlage ist die Auswahl der Produkte nach sinnvoller Behaltedauer:

  • Zur kurzfristigen Liquiditätsabsicherung (zwei bis drei Jahre) eignen sich Sparbücher mit unterschiedlichen Bindefristen.
  • Für mittelfristigen Vermögensaufbau (mindestens fünf Jahre) sind weitgehend sichere Rentenfonds oder Anleihen sinnvoll.
  • Für einen langfristigen Vermögensaufbau (zehn Jahre und länger) und für Beträge, die nicht exakt zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt werden, eignen sich Aktienfonds oder - als spekulatives Element -Aktien.

Auch die teilweise sehr unterschiedlichen Kosten bei und innerhalb der verschiedenen Anlageprodukte spielen heute eine immer größere Rolle, so der VKI.

Eine detaillierte Übersicht über die Entwicklungen der Anlageformen in den letzten zehn Jahren präsentieren die Februar-Ausgabe des Testmagazins "Konsument" und www.konsument.at ab 22. Jänner 2004.

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VKI Dienstleistung
Mag. Max Reuter
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