Leitl: Politikerreisen als goldene Türöffner für Exporteure

Der Staatsbesuch von Bundespräsident Thomas Klestil in den Iran werde die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ankurbeln, ist WKÖ-Präsident Christoph Leitl überzeugt

Wien (PWK041) - Im Vorfeld des Staatsbesuchs von Bundespräsident Thomas Klestil im Iran (24.1. bis 27.1.) betont der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, der Klestil mit der bisher größten österreichischen Wirtschaftsdelegation in ein außereuropäisches Land begleiten wird, die Wichtigkeit der artiger Auslandsreisen von Spitzenpolitikern. Leitl: "Auslandsreisen hochrangiger Politiker in Begleitung von Wirtschaftsdelegationen sind goldene Türöffner für die heimische Wirtschaft, vor allem für exportorientierte Unternehmen." Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die österreichischen Ausfuhren in jene Destinationen, in die Staatsbesuche durchgeführt werden, überproportional ansteigen. Leitl:
"So legten etwa unsere Exporte nach China im Jahr 2001 um 72 Prozent zu, nachdem Bundespräsident Klestil mit einer großen Wirtschaftsmission Anfang 2001 die Volksrepublik besucht hatte." Vor Ort wurden damals alleine 26 Projekte österreichischer Unternehmen unterschrieben und im Gesamtjahr konnte das traditionelle Handelsbilanzdefizit mit China deutlich verringert werden. Einen ähnlichen Effekt hatte der Staatsbesuch von Präsident Klestil in Russland im Jahr 2001. Im darauffolgenden Halbjahr legten die Austroexporte um zehn Prozent zu. Im selben Jahr beschleunigte der Staatsbesuch von Präsident Klestil in Saudi-Arabien die Unterzeichnung von etlichen Verträgen. Unter anderem konnte die Firma Rosenbauer eine Großauftrag im Wert von 45 Mio Euro zur Lieferung von Feuerwehrfahrzeugen an Land ziehen. Leitl: "Solchen Aufträgen gehen natürlich immer lange Verhandlungen voraus, aber unter dem Einfluss von offiziellen Staatsvisiten werden fertige Verträge rascher unterzeichnet."

Durch das hohe Ansehen österreichischer Spitzenpolitiker im Ausland werde bei offiziellen Auslandsreisen ein österreichfreundliches Klima geschaffen, das oft auch als Initialzündung für Exportgeschäfte österreichischer Unternehmen diene. "Gerade in Zeiten einer weltwirtschaftlichen Flaute sind Staatsbesuche gemeinsam mit Wirtschaftsdelegationen für österreichische Unternehmen von enormer Bedeutung", sagt Leitl, "und wir nehmen daher immer wieder gerne die Einladungen von der Bundespräsidentschaftskanzlei wahr, bei derartigen Reisen mit Wirtschaftsdelegationen mitzufahren."

Dem Staatsbesuch von Thomas Klestil im Iran kommt aus Sicht von WKÖ-Präsident Leitl besondere Bedeutung zu, "schließlich handelt es sich um unseren wichtigsten Wirtschaftspartner im Nahen- und Mittleren Osten." Alleine in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres machten die Exporte in den Iran 250 Millionen Euro aus, was einer Steigerung gegenüber der Vorjahresperiode von 42,3% gleichkommt. Für das Gesamtjahr erwartet Leitl eine Exportvolumen jenseits der 300-Millionen-Euro-Marke. "Der Besuch wird sicher dazu beitragen, eingeführte österreichische Firmen auf diesem Markt nachhaltig zu unterstützen und auch Erstexporteuren die Tür zu öffnen", ist Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ überzeugt. Es wird jedoch eine gezielte Nachbearbeitung durch die Firmen, sehr häufig in Zusammenarbeit mit der WKÖ-Außenhandelsstelle Teheran, notwendig sein, um diese Erstkontakte auch zum gewünschten Erfolg zu führen.

Erfolgreich vertreten ist Österreich im Iran derzeit unter anderem auf dem Öl- und Gassektor. Eine eigene OMV-Repräsentanz bearbeitet seit fast zwei Jahren das Erdöl-Explorationsprojekt "Mehr Block", weiters werden ein Studienprojekt über Explorationsmöglichkeiten im Persischen Golf sowie ein Erdöl Development Buy-Back Projekt verfolgt. Mit Zulieferungen zur Öl- und Gasindustrie sind unter anderem die Jenbacher und Hörbiger Ventilwerke im Iran aktiv. Erfolgsmeldungen gibt es von der österreichischen LMF - Leobersdorfer Maschinenfabrik. Die aus der massiven Subventionierung von Treibstoff im Iran resultierende Budgetbelastung und die Notwendigkeit von Benzinimporten in US-$ Milliardenhöhe veranlassen die Regierung die heimische Kfz-Flotte immer mehr auf CNG-Betrieb umzustellen. Im Rahmen der Errichtung der dafür notwendigen Infrastruktur konnte der Technologieführer LMF einen Auftrag für den Bau von 60 CNG-Tankstellen gewinnen.

Auch die VA-Tech Wabag konnte Ende 2003 einen großen Erfolg vermelden: Als erstes Unternehmen seit Jahren konnte die VA-Tech Wabag ein im Iran vergebenes Weltbankprojekt an Land ziehen. Die VA-Tech Wabag wurde mit der Errichtung der größten Kläranlage des Irans, der "Kläranlage Teheran Süd", beauftragt. Das durch die Weltbank finanzierte Auftragsvolumen beträgt 35 Millionen Euro für den Bau der Anlage. Dazu schließen sich weitere rund 21 Millionen Euro für die fünfjährige Betriebsführung an.

Traditionell erfolgreich im Iran vertreten sind folgende Unternehmen:
VA-Tech Elin EBG und Voith sind seit Jahren etablierte Größen im Ausbau der elektrischen Energie, die Voest Alpine Industrieanlagenbau ist im iranischen Stahlsektor mit mehreren Projekten vertreten. Siemens Verkehrstechnik beliefert erfolgreich den iranischen Eisenbahnsektor. Den Eisenbahbereich ergänzen Plasser & Theurer mit Lieferungen des gesamten Sortiments an Gleisbaumaschinen, VAE mit Schienen und Weichen, sowie Getzner Werkstoffe mit Dämmmaterial. Emco Maier arbeitet mit dem iranischen Ministry of Labour and Social Affairs sowie der TVTO (Technical & Vocational Training Organization) an einem Projekt zur Errichtung von Ausbildungs- und Trainingzentren im Iran. Im Wachstumsbereich Umwelt und Müllentsorgung ist die Firma Komptech gemeinsam mit ihrem iranischen Partner bei der Umsetzung eines neuartigen Müllverwertungskonzepts erfolgreich. Zahlreiche österreichische Engineering- und Baufirmen sind im Wasserver- und -entsorgungssektor aktiv. Die KFZ-Industrie stellt derzeit den dynamischsten Wirtschaftszweig des Iran dar. Firmen wie AVL und Miba liefern bereits seit einiger Zeit Hardware und Technologie. Die Tiroler Konsulentenfirma ILF erbringt im Iran Engineering- sowie Beratungsleistungen. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Mag. Bernhard Salzer
Tel.: (++43-1) 0590 900-4464
Fax: (++43-1) 0590 900-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0006