AK-Test: Neue Eikennzeichnung - Standler haben's noch nicht

Im Supermarkt Bioeier, Eier aus Boden- und Freilandhaltung gut gekennzeichnet, aus Käfighaltung noch mangelhaft - AK kündigt Nachkontrollen an

Wien (AK) - Seit Anfang Jänner sind Hühnereier neu zu kennzeichnen: Haltungsform, Herkunftsland, Erzeugerbetrieb und Ablaufdatum müssen direkt auf das Ei gestempelt sein. Eine AK-Stichprobe auf 8 Wiener Märkten und in 9 Supermärkten zeigt: Bei Marktstandlern finden die Konsumenten die neue Eikennzeichnung noch nicht. In Supermärkten sind Eier aus alternativen Haltungen gut, einzelne Käfigeier hingegen noch nicht korrekt gekennzeichnet. Daher kündigt die AK Nachkontrollen an und fordert die Anbieter auf, die Kennzeichnung ordentlich durchzuführen.

Seit 1. Jänner gibt es neue Kennzeichnungsvorschriften für Hühnereier. Es muss auf jedem offen oder verpackt angebotenem Ei Haltungsform, Herkunftsland, Erzeugerbetrieb sowie Ablaufdatum aufgestempelt sein. Wird die Haltungsform als Zifferncode angegeben, muss dieser auf der Packung oder beim Einzelverkauf an der Verkaufsstelle deutlich erklärt werden. So bedeutet 0 - aus biologischem Landbau, 1 - aus Freilandhaltung, 2 - aus Bodenhaltung, 3 - aus Käfighaltung. Das Erzeugerland ist abgekürzt, z.B. AT für Österreich oder DE für Deutschland. Es folgt eine Ziffernfolge für die Betriebsnummer des Legebetriebs sowie das Mindeshaltbarkeitsdatum. Ein Beispiel für ein gekennzeichnetes Ei:
3-AT-1234567, MHD 27.1.04. Die bisherige Kennzeichnung auf der Packung oder am Verkaufsstand gilt weiterhin, wie Mindesthaltbarkeitsdatum, Angabe der Güte- und Größenklasse oder Verbraucherhinweise.

Eine AK-Stichprobenkontrolle von Mitte Jänner auf 8 Wiener Märkten (Nasch-, Brunnen-, Viktor Adler-, Landstraßer-, Rochus-, Vorgarten-, Floridsdorfer-, Meidlinger Markt) bei 35 Anbietern zeigt: Bei keinem Standler waren angebotenen Hühnereier mit der vorgeschrieben Stempelung schon so gekennzeichnet, wie das sein sollte. Nur ein Anbieter hatte bei Käfigeiern zumindest vermerkt, dass sie aus dieser Haltungsform stammen.

Die AK-Stichprobenkontrolle in 9 Supermärkten bei 70 Eier-Packungen zeigt: Eier aus alternativen Haltungsformen waren richtig gekennzeichnet. Bei 6 von 22 angebotenen Packungen Käfigeier war die Kennzeichnung allerdings noch mangelhaft.

Die Einzeleikennzeichnung darf nicht nur im Legebetrieb, sondern auch erst in den Packstellen erfolgen, bedauert die AK. Die Stempelung im Legebetrieb würde eine richtige Kennzeichnung sicherer gestalten und allfällige spätere Vermischungen von Eiern ungleicher Haltungsform besser verhindern.

Die AK-Konsumentenschützer sind mit den Ergebnissen unzufrieden und kündigen Nachkontrollen an. Die EU-Verordnung wurde schon vor mehreren Jahren beschlossen - die Anbieter hatten genügend Zeit, sich vorzubereiten. Die Konsumenten brauchen klare Infos beim Eiereinkauf. Daher müssen die Anbieter ihre Eier ordentlich kennzeichnen, fordert die AK. Auch beim Verkauf unverpackter Eier muss die Haltungsform für die Konsumenten deutlich gekennzeichnet werden.

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