Bananenmarken im "Konsument"-Ethik-Test

Testsieger ist Fairtrade. Unter den Multis zeigt Chiquita die besten Ansätze.

Wien (OTS) - Die Banane zählt nach dem Apfel zu den beliebtesten Obstsorten in Österreich. Doch Bananen haben eine dunkle Vergangenheit. Die Kritik an den katastrophalen Zuständen, unter denen die gelbe Frucht jahrzehntelang angebaut wurde, führte in den Neunzigerjahren zu substanziellen Zugeständnissen der Produzenten. Doch noch immer herrschen auf zahlreichen Plantagen skandalöse Zustände. Für das Verbrauchermagazin "Konsument" Grund genug, insgesamt acht Bananenanbieter auf ethische Kriterien wie Umwelt, Soziales und Informationsoffenheit zu überprüfen. Ernüchterndes Ergebnis: Testsieger Fairtrade erfüllt als einziges Unternehmen sämtliche Kriterien.
Der Ethik-Test beruht auf einer Bewertung der belgischen Rating-Agentur Stock at Stake und vergleicht die Maßnahmen von Bananenanbietern in Hinblick auf die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in den von ihnen abhängigen Betrieben. Dabei zeigen sich große Unterschiede. Der Testsieger, die in 16 Industriestaaten tätige Fairtrade Labelling Organizations Int. (FLO), erfüllt als einziges Unternehmen sämtliche Kriterien. So erhalten Kleinbauern und kleine Genossenschaften einen langfristig fixierten Preis, der sich an den Lebenshaltungskosten und nicht an den spekulativ schwankenden Weltmarktpreisen orientiert. Bei Markenbananen geht hingegen durchschnittlich nur ein Prozent vom Endverbraucherpreis an die Plantagenarbeiter, auf den Feldern leisten nicht selten Acht- bis Dreizehnjährige Schwerstarbeit.
Die drei Marktführer Chiquita, Dole und Del Monte beherrschen zwei Drittel des Weltmarktes.
Fortschritte sind in einzelnen Bewertungs-Bereichen erkennbar, vor allem Chiqita zeigt unter den Multis große Bereitschaft zur Kooperation. Soziale Verantwortung ist in der Unternehmenspolitik integriert. Dole kann zwar mit Umweltzertifizierungen und Informationsoffenheit punkten, bezüglich sozialer Verantwortung gilt es jedoch noch eine Menge aufzuholen. Der drittgrößte Bananenproduzent Del Monte fällt hingegen deutlich hinter Chiqita und Dole zurück. Verpflichtungen im Sozialbereich sind vage und auch die Maßnahmen im Bereich Umwelt sind nicht befriedigend. Trauige Realität: Auch die restlichen fünf Anbieter erfüllen weder Umwelt-noch Sozialstandards ausreichend.
Aber auch das relativ gute Abschneiden von Chiqita bedeutet nicht, dass in allen Plantagen die Auflagen erfüllt werden. Das Unternehmen - das Bananen der Marke Chiqita und Consul anbietet - befindet sich aber vergleichsweise auf dem besten Weg dorthin. Allerdings, so das Verbrauchermagazin "Konsument", besteht die Gefahr eines Rückschlages durch Auslagerung der Produktion. Viele Multis entziehen sich auf diese Weise der Verantwortung und machen positive Ansätze wieder zunichte.
Fairtrade Österreich bezieht ausschließlich Bio-Bananen von zwei Betrieben aus Ecuador, der Marktanteil liegt in Österreich bei 2,1 Prozent. Mit 2,10 bis 2,50 Euro pro Kilogramm sind die gelben Früchte nur unwesentlich teurer als herkömmliche Bananen.
Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse sowie Ernährungstipps zum Thema Banane präsentiert die Februar-Ausgabe des "Konsument" sowie www.konsument.at ab 22. Jänner 2004.

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