HEINZ FISCHER EMPFÄNGT BÜLENT ARINC Arinc würdigt Fischer als erfahrenen Politiker

Wien (PK) - Im Zuge seiner Österreich-Visite traf der Präsident der Großen Nationalversammlung der Republik Türkei Bülent Arinc heute Nachmittag mit dem Zweiten Präsidenten des Nationalrats
Heinz Fischer zusammen. An der Unterredung nahm auch die türkischstämmige Wiener Landtagsabgeordnete Nurten Yilmaz teil.

Fischer begrüßte seinen Gast und zeigte sich froh über den Besuch der türkischen Delegation. Er, Fischer, sei immer schon an der Türkei und ihrer Entwicklung interessiert gewesen, habe bereits 1963 das Land erstmals besucht und seitdem langjährige und enge Kontakte zu zahlreichen türkischen Amtsträgern.

Arinc bedankte sich für die Gelegenheit, in Österreich zu sein
und votierte für eine Intensivierung der Kontakte zwischen den beiden Parlamenten. Heinz Fischer würdigte er als einen
erfahrenen Politiker, der lange Jahre als Präsident des Hauses gewirkt habe. Er, Arinc, wisse um Fischers Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten und wünsche ihm hiefür viel Glück.

Der Gast berichtete sodann über die jüngere politische
Entwicklung in der Türkei und meinte, die jüngst gewonnene politische Stabilität bedinge einen wirtschaftlichen Aufschwung. Sein Land habe wichtige Reformvorhaben verwirklicht und "all
diese Bemühungen haben uns die Hoffnung gegeben, noch dieses Jahr die Beitrittsverhandlungen mit der EU beginnen zu können". Dies wäre, so Arinc, für die Türkei eine "große Ermutigung". Arinc knüpfte daran die Hoffnung, Österreich möge die Türkei in ihrem Bemühen unterstützen.

Präsident Fischer meinte, er habe die Türkei sehr genau beobachtet, und in der Tat könne man wichtige Fortschritte und Veränderungen konstatieren. Gleichwohl werde die Frage einer Mitgliedschaft der Türkei in der EU im europäischen Diskurs von den politischen Lagern verschieden bewertet. Während es innerhalb der Sozialdemokratie eher eine gewisse Aufgeschlossenheit
gegenüber den Ambitionen der Türkei gebe, votierten andere politische Lager eher gegen eine Beschleunigung eines Annäherungsprozesses. Er selbst aber trete für einen "weltanschaulichen Pluralismus" ein und vertrete die Ansicht,
wenn die Türkei die demokratiepolitischen und wirtschaftlichen Kriterien erfülle, dann müsse man mit ihr auch konkret über einen Beitritt verhandeln. Persönlich wünschte der Präsident den türkischen Gästen dabei viel Glück und viel Erfolg.

Im Anschluss an das Gespräch mit Heinz Fischer traf der türkische Parlamentspräsident noch mit dem Präsidenten der
Parlamentarischen Versammlung des Europarates Peter Schieder zusammen. (Schluss)

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