Kummer-Symposium (II): "Trennung zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer aufheben"

Erstes Dr. Karl-Kummer-Symposium an der Politischen Akademie der ÖVP - Taus kritisierte europäischen Zentralismus

Wien (OTS) - Josef Taus, Obmann des Kummer-Instituts, würdigte
Karl Kummer als Visionär und "bedeutendsten Sozialpolitiker" der Volkspartei. Als Bedrohung für die Demokratie nannte Taus die Bürokratie. Gerade in der EU entstehe bürokratischer Zentralismus. "Viele Themen der EU sind völlig sinnlos. Das Subsidiaritätsprinzip ist die Gegenposition zum Zentralismus. Die EU wird kein Bundesstaat. Sie wird ein Staatenbund sui generis bleiben, und das ist auch gut so", erklärte Dr. Josef Taus.+++

Aus Perspektive der Soziallehre sei die Streuung des Eigentums wichtig. Der Mittelstand müsse Eigentümer an Produktionsmitteln werden. Taus plädierte deshalb dafür, die Trennung zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer aufzuheben. Dies sei eine Frage der Systematik des Steuersystems. Arbeitnehmer sollten Verluste aus (österreichischen) Wertpapieren steuerlich geltend machen können. Ebenso müssten Zinsen absetzbar sein, forderte der Obmann des Kummer-Instituts. Auf diese Weise erhalte man eine breite Schicht an Eigentümern und gesellschaftliche Stabilität. "Die katholische Soziallehre ist so modern wie eh und je, unsere Funktion ist, sie heute auszufüllen", forderte Taus die Teilnehmer des Symposiums auf.

"Mutige" Wirtschafts- und "ehrliche" Frauenpolitik

Die Work-Life-Balance-Expertin Doris Palz sagte in ihrem Vortrag über Frauen- und Familienpolitik, die Emanzipation der Frauen habe längst auch die ideologisch formulierten Frauenbilder erfasst. Jede Frauenpolitik, die alle Frauen über einen Kamm scheren wollte, sei zum Scheitern verurteilt. Palz betonte die Bedeutung des Humankapitals, das in den Familien geschaffen werde. "Wir haben es den funktionierenden Familien zu verdanken, dass viele Werte, auf denen unsere Gesellschaft basiert, bereits früh trainiert und vorausgesetzt werden können", sagte die Work-Life-Balance-Expertin und forderte die Aufwertung der Familienarbeit. Palz: "Das Human Ressources Management fängt nicht beim Personalchef in der Wirtschaft an, sondern bei der Kindergärtnerin, die für diese Tätigkeit vergleichsweise lächerlich bezahlt wird." Zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt Palz vor allem auf freiwillige Initiativen der Wirtschaft. Gefragt seien nun eine "mutige" Wirtschaftspolitik und eine "ehrliche" Frauenpolitik, sagte sie.

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