ORF-"Weltjournal": Mexiko: Mysteriöse Frauenmorde

Mehr als 300 Opfer in zehn Jahren

Wien (OTS) - Das "Weltjournal" am Mittwoch, dem 21. Jänner 2004,
um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentiert Annette Scheiner mit folgenden Themen:

Irak: Sondereinheit "Charlie"

Am Wochenende hat sich erneut gezeigt, dass auch nach der Verhaftung Saddam Husseins die Gewalt im Irak nicht abflaut. Sonntag früh explodierte eine Autobombe vor dem Gelände der US-Verwaltung und riss mehr als zwei Dutzend Menschen mit in den Tod, unter ihnen zwei amerikanische Soldaten. Von den Hintermännern des Selbstmordanschlags fehlt bisher jede Spur. Spuren in den irakischen Widerstand, in die irakische Terrorszene sind rar. Eine Sondereinheit der US-Armee - die Kompanie "Charlie" - versucht, den Widerstand gegen die Amerikaner zu brechen und geht dabei nicht zimperlich vor. Wer den GI's vor die Mündung läuft, ist in Gefahr. Die Einheit ist wegen ihres brutalen und gnadenlosen Einsatzes gegen die irakische Terrorszene gefürchtet. Das "Weltjournal" zeigt die Reportage eines Kameramannes, der die Eliteeinheit ins Zentrum des Widerstandes, nach Samara, begleitet.

Großbritannien: Die kranken Spitäler

Großbritannien ist das viertreichste Land der Welt, doch die medizinische Versorgung der Bevölkerung weist beschämende Schwächen auf: Auf dem Papier schaut alles bestens aus, denn für alle, die im Land leben, gibt es die kostenlose ärztliche Behandlung - finanziert vom Staat. Derzeit aber warten eine Million kranker Menschen auf Operationen, oft bis zu 18 Monate lang - sogar bei aktuter Krebsgefahr oder chronischen Schmerzen. Die Wartelisten sind längst zum Politikum geworden. Als Tony Blair die Wahlen 1997 gewann, versprach er, das marode System zu sanieren. Doch bis heute merken die Patienten von all dem nichts. Ein Bericht von Katinka Nowotny.

Mexiko: Mysteriöse Morde

In Ciudad Juárez, einer mexikanischen Stadt im Grenzgebiet zum US-Bundesstaat Texas, sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 300 junge Frauen ermordet worden. Die Opfer wurden zum Teil entsetzlich verstümmelt und sexuell missbraucht. Obwohl einige mutmaßliche Täter verhaftet und eingesperrt wurden, gehen die mysteriösen Morde weiter. Die Bevölkerung wirft der mexikanischen Polizei und Justiz grobes Versagen in den Ermittlungen vor, amnesty international und Experten der UNO haben sich eingeschaltet. Ihr Vorwurf an die mexikanischen Behörden: Weil es sich bei den Opfern vor allem um arme Arbeiterinnen handelt, die im Grenzgebiet zu Billiglöhnen für die US-Industrie arbeiten, verfolge man die Hinweise, die zu mehreren Serienmördern führen, einfach nicht weiter. Eine Spurensuche in Ciudad Juárez von Sandra Jordan und Rodrigo Vazquez.

Indien/Pakistan: Faustpfand Kaschmir

Nach zweieinhalb Jahren Eiszeit nehmen Indien und Pakistan Anfang Februar Verhandlungen über die umstrittene Kaschmir-Region auf. Erstmals erscheint eine historische Wende zumindest denkbar, doch dahinter lauert - vor allem bei der unter dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg leidenden Bevölkerung - die Angst, dass auch diese Annäherung das Schicksal aller früheren erleidet: Die Atommächte Indien und Pakistan waren wegen Kaschmir mehrfach an den Rand eines Krieges geraten. Nun haben die beiden Staatschefs Musharraf und Vajpayee einander die Hände gereicht. Das geteilte, vorwiegend moslemisch besiedelte Kaschmir ist für beide Staaten ein Faustpfand. Indien sieht es als fix zugehörige Provinz, Pakistan beansprucht den besetzten Teil für sich. Die Menschen in Kaschmir durften nie - wie es die UNO gefordert hatte - selbst über ihr Schicksal bestimmen. Ein Lokalaugenschein aus der Region am Fuß des Himalaja.

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