"Konsument"-Markterhebung: Einbruchhemmende Türen

Einbruchhemmende Türen bieten Schutz. Aber absolute Sicherheit bleibt Illusion

Wien (OTS) - Die Mitte Jänner veröffentlichte Kriminalstatistik für 2003 zeigt: Straftaten gegen fremdes Vermögen nehmen zu. Dazu zählen auch Wohnungseinbrüche, deren Aufklärungsquote bei etwa 25 Prozent liegt. Schutz vor Einbrecher versprechen "Sicherheitstüren" und "einbruchhemmende Türen". Doch Vorsicht, warnt "Konsument" in seiner aktuellen Ausgabe: "Sicherheitstür" darf sich jede Tür nennen. Das ist kein Qualitätskriterium. Einbruchhemmende Türen sind hingegen nach ÖNORM geprüft. Diese sind allerdings nicht billig. Die Preise reichen laut Verbrauchermagazin von 650 bis 2840 Euro. Und: Absolute Sicherheit gibt es nicht.

Eingangstüren werden zu 80 Prozent mit dem Stemmeisen aufgebrochen, wozu Einbrecher in der Regel nicht mehr als 30 Sekunden benötigen. Die Industrie wird nicht müde, immer neue Sicherheitssysteme zu entwickeln. Inzwischen gibt es Schloss-Zylinder, die einen speziellen Schutz gegen Aufbohren und Nachsperren bieten. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis Diebe wieder ein Mittel gegen neue Entwicklungen gefunden haben. Es gilt also, dem Einbrecher einen möglichst großen Widerstand entgegenzusetzen.

Fest steht, dass sogenannte "Sicherheitstüren" diese Funktion nicht erfüllen. Die Bezeichnung führt Konsumenten in die Irre, denn jede Tür darf sich so nennen. Das ist kein Qualitätskriterium. Es wäre fatal, wenn sich Besitzer derartiger Türen ausreichend in Sicherheit wähnen.

Ein gewisses Maß an Schutz bieten hingegen "einbruchhemmende Türen", die in den verschiedensten Ausführungen erhältlich sind. Sie sind nach ÖNORM B-5338 oder - bei deutschen Anbietern - nach DIN V ENV geprüft und zertifiziert. Zu erkennen sind diese Türen an der Plakette mit einer Registriernummer zur Nachverfolgung. Je nach Widerstand werden sechs Klassen unterschieden: Klasse 1 bietet leichten Schutz gegen den Einsatz körperlicher Gewalt, Klasse 6 den höchsten. Türen dieser Klasse halten auch der Bearbeitung durch leistungsfähige Elektrowerkzeuge stand. Normalverbrauchern empfiehlt die Polizei Türen der Widerstandsklasse 3, für die ein Einbrecher mindestens fünf Minuten benötigt - die er sich erfahrungsgemäß nicht nimmt. "Konsument" rät, die Türen "nicht von der Stange" zu kaufen und sich fachlich beraten zu lassen.

Die Preise der Türen in Widerstandsklasse 3 reichen von rund 1050 bis zu 2830 Euro. Das Material des Türblattes ist in dieser Kategorie meist aus Holz, nur Piribauer (Piribauer, 2570 Euro) und Cocon (Novolock MV9, 2480 Euro) verstärken ihre Türen mit Stahl. Die meisten Modelle sind mechanisch zu verriegeln und verfügen über eine Bandsicherung, die das Aushebeln der Tür im Scharnierbereich unterbindet. Ebenfalls bei fast allen Modellen standardmäßig enthalten: Eine Sicherungskarte, die Einbrecher am unbefugten Anfertigen von Nachschlüssen hindert. Wer sich allerdings für eine Zentralverriegelung mit Chip oder ein Zusatzschloss mit Sperrbügel interessiert, muss auf eines der beiden teuersten Modelle in dieser Klasse zurückgreifen. Piribauer bietet diese Version um 2570 Euro, Grünthal um 2830 Euro an. Auf Wunsch liefern auch andere Produzenten diese Spezialausstattung.

"Konsument"-Tipp: Haushaltsversicherungen gewähren in der Regel einen Prämienrabatt von zehn Prozent bei Anschaffung einer einbruchhemmenden Tür.

Etwas preiswerter ist hingegen der Einbau eines Balkenriegelschlosses. Vor allem mit Sicherheitszylinder und Sicherheitsbeschlägen bietet dieses Schloss einen gewissen Schutz. Und mit knapp 500 Euro kostet es auch deutlich weniger als einbruchhemmende Türen. Wer soviel Geld nicht ausgeben kann oder will, dem empfiehlt die Kriminalpolizei, beim Verlassen des Hauses Zeichen der Abwesenheit zu vermeiden.

Mehr Details zu den einzelnen Widerstandklassen und Ausführungen der Türen sowie Tipps für richtiges Verhalten bei einem Einbruch bietet der Februar-"Konsument" und die Online-Ausgabe http://www.konsument.at

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Ing. Mirko Bernhard
VKI-Abteilung Technik 1
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