Der letzte Zinngießer Wiens: Peter Ewald Kovar

Wien (OTS) - Wenn kommenden Sonntag (25.1.) Peter Ewald Kovar im Rahmen eines 2stündigen Malkurses im Bezirksmuseum Donaustadt einen kleinen Blick in die große Welt der Zinnfiguren bietet, dann steht ein Profi im Mittelpunkt: Der heute 57jährige Wiener ist bereits vor gut 40 Jahren in die metallene Welt der kleinen flachen Figuren eingetaucht. Das Besondere an ihm: Kovar, der in seinem Beruf als Oboist im Orchester bei den Vereinigten Bühnen Wien arbeitet, gießt im Unterschied zu vielen anderen Sammlern - in Wien gibt es davon 25 bis 30, in ganz Österreich um die 40 Personen - seine Figuren noch selbst. Die Entstehungszeit für eine neue Figur ist relativ: Manchmal dauert es nur ein paar Minuten, manchmal, so Kovar, "geht man Jahre mit einer Vorstellung im Kopf herum". Vor dem Gießen gilt es nämlich möglichst präzise Informationen über die jeweilige Figur zu sammeln:
von der Bekleidung bis zum womöglichen Werkzeug. Gemalt wird meist mit Acryl- oder Ölfarben, die feinen Pinsel haben die Stärke Doppelnull bis Eins.

50.000 Vertreter aus der stillen Welt

Grundsätzlich unterscheidet man in der stillen Welt der Zinnfiguren - den geläufigen Begriff des "Zinnsoldaten" weist Kovar bewusst von sich, da es viel mehr Formen gibt als "Soldaten in Kleinformat" - Flachfiguren, halbrunde und vollplastische Figuren. Kovar selbst bevorzugt erstere Variante. Unter seinen nach Eigenschätzung rund 50.000 Figuren finden sich natürlich aber auch Figuren aus den beiden anderen Bereichen. Im Gespräch mit dem 57jährigen wird klar: Aus dem ursprünglichen Spielmaterial ist längst ein Sammelgegenstand geworden. Mit der unverwüstlichen Robustheit heutiger Spielfiguren aus Plastik können auch die zivilen Vertreter des Andersschen "tapferen Zinnsoldaten" längst nicht mehr mithalten. Andersrum, so Kovar, können die heute üblichen Figuren mit der Kunstfertigkeit der kleinen, zwischen 10 Millimeter und 120 Millimeter großen Figuren "auch nicht mithalten".

In Wien kümmern sich gegenwärtig die beiden Vereine "1683" und der "Österreichische Zinnklub" um die Belange der Zinnfiguren-Kultur. Für neue Figuren sorgt unterdessen Peter Ewald Kovar: In der Liechtensteinstrasse 66 im neunten Bezirk betreiben er und sein Partner Gerhard Urbanek eine Firma bzw. ein entsprechendes Geschäft, das den Einstieg in die Welt der kleinen Figuren bis heute ermöglicht. Und was kostet der Einstieg in das Hobby? "Eine einzige Figur um einen Euro", so die schlicht-hintergründige Antwort Kovars.

o Malkurs im Bezirksmuseum Donaustadt (Altes Feuerwehrhaus, 22., Am Kagraner Platz 53/54) Termin: 25. Jänner 04 Anmeldung unter: 203 89 35 Beginn: 10.00 bis 12.00 Uhr

(Schluss) hch

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