Die AGES informiert - zum Thema Ernährung

Wien (OTS) - Am 13. Jänner 2004 versammelten sich auf Grund einer Einladung der französischen Lebensmittelsicherheitsagentur (AFSSA) alle Lebensmittel- und Ernährungs-sicherheitsagenturen und Behörden der Europäischen Union und Norwegens zu einer Konferenz über Ernährungsfragen. Teilnehmer war auch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH.. Ernährungsberatung, nicht Sicherheit war Thema dieser Konferenz, in der Geschichte der Nahrungsmittelüberwachung ein erstmaliges Ereignis.
Themen waren die wichtigen Inhaltsstoffe Salz und Folsäure sowie das Problem Übergewicht und Fehlernährung.

Salz

Der Salzkonsum stellt in der Mehrzahl der Länder eine wichtige Frage der Volksgesundheit dar und sollte wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge signifikant reduziert werden (so wurden z. B. durchschnittliche Sollwerte von 8 g/Tag in Frankreich, 6 g/Tag in Großbritannien, Österreich, Deutschland, Belgien und Dänemark, 5 - 6 g/Tag in Schweden, 5 g/Tag in Norwegen und Griechenland und 3 - 5 g/Tag in Finnland festgelegt).

Eine Reduzierung des Salzkonsums erfordert eine Bewusstseinsbildung beim Konsumenten hinsichtlich der Beziehung zwischen Salz und Gesundheit sowie eine Zusammenarbeit mit der Lebensmittelindustrie und dem Gastgewerbe im Hinblick auf eine Senkung des Salzgehalts der angebotenen Lebensmittel.
Dazu wurde folgender Beschluss gefasst:

Bei der Förderung der Harmonisierung der europäischen Vorschriften zur Angabe des Salzgehalts zusammen zu arbeiten und sich insbesondere um eine einfache Formen der Kennzeichnung von Produkten mit hohem Salzgehalt zu bemühen; die Information der Konsumenten über den Salzgehalt der wichtigsten Lebensmittel, vor allem Brot, Fleischprodukte, Käseprodukte und verarbeitete Lebensmittel,zu verbessern und Möglichkeiten und technische Lösungen zur Senkung des Salzgehalts der wichtigsten Salzlieferanten in der täglichen Nahrung auf freiwilliger oder, gegebenenfalls, auch auf verpflichtender Basis in Zusammenarbeit mit der Lebensmittelindustrie zu suchen.

Folsäure

Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention von Neuralrohr-Defekten und Frauen in schlechtem Ernährungszustand stellen eine besondere Risikogruppe dar.

Es gibt vier Möglichkeiten, diesem Risiko zu begegnen:

  • Förderung des Konsums von Lebensmitteln mit natürlich hohem Folsäuregehalt
  • Folsäuregaben als Nahrungsergänzung freiwillige Nahrungsmittelanreicherung
  • verpflichtende Nahrungsmittelanreicherung

Die Frage der verpflichtenden Nahrungsmittelanreicherung wurde zwar diskutiert, aber abgesehen von der Förderung von Nahrungsmitteln mit von Natur aus hohem Folsäuregehalt und nahrungsergänzenden Folsäuregaben scheint derzeit in Europa die freiwillige Anreicherung das realistischere Ziel zu sein.

Weiters wurde die Bedeutung der folgenden Schritte betont:

verstärkte Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten, insbesondere bei Frauen, hinsichtlich des Nutzens einer Erhöhung des Folsäurespiegels; Beobachtung der gesundheitlichen Wirkungen der Nahrungsmittelanreicherung und Verfolgung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, insbesondere zur Problematik des Vitamin B12-Mangels bei älteren Menschen; vorrangige Untersuchung der Möglichkeiten der Bewerbung des gesundheitlichen Nutzens spezifischer Folsäurelieferanten unter Berücksichtigung der künftigen EU-Regeln zu gesundheitsbezogenen Angaben.

Übergewicht und Fehlernährung

Seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Übergewicht und Fettleibigkeit in ganz Europa eine wesentliche Gefahr für die Volksgesundheit darstellen; ein entschlossenes Vorgehen ist erforderlich, wenn eine Umkehr des Trends zu einer zunehmenden Prävalenz dieser gesundheitlichen Störungen erzielt werden soll. Wenn keine entsprechenden Maßnahmen gesetzt werden, könnte dies dramatische volksgesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben: es ist nicht auszuschließen, dass beispielsweise die Lebenserwartung der nächsten Generation niedriger sein wird als die ihrer Eltern.

Diese Entwicklung gibt in allen vertretenen Ländern in zunehmendem Maße Anlass zur Sorge, auch wenn die Ernährungsgewohnheiten von nationalen Kulturen und Essgewohnheiten sowie vom gesetzlichen Rahmen abhängen. Einige Länder haben bereits nationale Pläne zum Thema Ernährung und Bewegung erarbeitet, andere beschäftigen sich mit derartigen Projekten. Auf jeden Fall ist rasches Handeln erforderlich.

Die beteiligten Agenturen und Institutionen verpflichten sich:

in dieser Frage enger zusammen zu arbeiten und Initiativen zur Förderung der Umsetzung wirksamer ernährungspolitischer Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene zu treffen;
Möglichkeiten der Einflussnahme auf Konsumgewohnheiten und auf den Nährstoffgehalt von Nahrungsmitteln mit hohem Energiegehalt in Betracht zu ziehen; zielgruppenspezifische Maßnahmen, insbesondere die Möglichkeit der Einflussnahme auf Kinder durch Ernährungserziehung, durch die Förderung von körperlicher Bewegung , durch das Angebot ausgeglichener Mahlzeiten in der Schule, auch über Verkaufsautomaten, durch Abbau des kommerziellen Drucks bei allen Formen der Werbung, etc., besonders hinsichtlich Kindernahrung zu prüfen; der Lebensmittelindustrie und dem Gastgewerbe ihre Verantwortung in diesem Bereich in Erinnerung zu rufen und mit ihnen für eine Lösung des Problems zusammenzuarbeiten.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Spargelfeldstrasse 191, 1226 Wien
Bereich Lebensmittel/Fachexperten
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Tel.: +43 (0) 664 839 80 30

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