"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Unglaublich" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 20.01.2004

Wien (OTS) - Die Einführung des elektronischen Krankenscheines stehe endgültig auf Schiene, verkündete der Hauptverband der Sozialversicherungsträger gestern wieder einmal. Noch heuer sollen einige Burgenländer eine "e-card" bekommen, im Laufe des kommenden Jahres sollen alle Österreicher folgen. Und? Dann soll alles einfacher werden: Bürokratie, ja noch viel mehr Zettel (44 Millionen) sollen wegfallen; beim Arztbesuch soll ein Patient nur noch seine Plastikkarte zücken müssen.

So weit, so gut. Ganz so einfach scheint die Sache jedoch nicht zu sein: Seit 1998 wird herumgedoktert, sprich, die Einführung der "e-card" für das jeweils kommende Jahr angekündigt. Zuletzt musste ein Konsortium, das damit beauftragt worden war, gar "gekündigt" werden. Vor einiger Zeit wurde beschlossen, dass anstelle des Krankenscheines bzw. der entsprechenden Gebühr auch gleich eine "Chipartengebühr" treten soll. Neuester Stand ist, dass es keine Gebühr geben wird, sondern ein Selbstbehalt auf ärztliche Leistungen. Wie hoch dieser sein soll ist ebenso offen wie die Frage, wer dafür zuständig sein soll, diesen einzuheben.

Sollte es dem Hauptverband tatsächlich gelingen, das Endlos-Projekt nun endlich abzuschließen, wird ihm zu gratulieren sein. Das wäre - im wahrsten Sinne des Wortes - unglaublich.

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