Einem forciert Aufarbeitung der NS-Vergangenheit

BSA-Veranstaltungsreihe: "Der Wille zum aufrechten Gang"

Wien (SK) "Der Wahrheit ins Auge zu sehen, ist Voraussetzung um Wunden zu heilen", sagte Caspar Einem, SPÖ-Abgeordneter und BSA-Präsident, am Montag in einem Pressegespräch. Der BSA organisiert daher eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel, "Der Wille zum aufrechten Gang", um den Umgang der österreichischen Nachkriegsgesellschaft mit ehemaligen Nationalsozialisten zu beleuchten. Hintergrund ist der Historikerbericht über "die Rolle des BSA bei der Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten". Mit den geplanten Abendveranstaltungen solle versucht werden, die Thematik in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext zu beleuchten. "Es ist ungemein wichtig zu wissen auf welchem Boden man steht", begründete Einem die Planung der Veranstaltungen. ****

Zum Auftakt der fünf Abende umfassenden Veranstaltungsserie wird am 22.Jänner der Zwischenbericht zur "Rolle des BSA bei der Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten nach 1945" präsentiert und zur Diskussion gestellt. Am Dienstag dem 17.Februar wird Zivildienern unter dem Titel "Gedenkdienst: Zivildiener auf der Suche nach der Wahrheit hinter dem Schlussstrich" die Möglichkeit geboten, ihre Motivation und Erfahrungen offen zu legen. Einem: "Es ist eine bemerkenswerte Entscheidung, wenn sich junge Menschen dazu entschließen, zwei Monate länger und unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen ihren Zivildienst in Form des Gedenkdienstes zu absolvieren."

"Die dritte Veranstaltung lässt das Herz ein bisschen lachen", kommentierte Einem die für 18.März geplante Diskussion "Mut zur Möglichkeit - Hans Reif und die Rückarisierung von Kritzendorf". Dort habe es der damalige sozialdemokratische Bürgermeister Hans Reif als "unerträglich erachtet", dass arisierte Häuser weiterhin in Besitz ehemaliger Nazis bleiben. Reif hat diese Häuser daher auf unbürokratischen Weg jenen Menschen zugewiesen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt wurden, erklärte Einem.

Am 21.April wird versucht die Idee des "Hauses der Toleranz", näher zu beleuchten. Bei dieser Veranstaltung wird der Begründer der Idee, Leon Zelman, gemeinsam mit Caspar Einem über den vergeblichen Versuch berichten, eine Stätte der Begegnung für Vertriebene und deren Nachfahren zu errichten.

Mit der Abschlussveranstaltung am 12.Mai will Einem versuchen, die Thematik in einen internationalen Kontext zu stellen. Dabei werden sich SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer, ein Vertreter Südafrikas und ein weiterer Teilnehmer der Frage stellen, wie der Staat, die Politik und die BürgerInnen nach einem Regimewechsel mit den "Kompromittierten" umgeht.

Der Zwischenbericht über die Rolle des BSA nach 1945 - der Endbericht soll Ende Juni präsentiert werden - verdeutlichte, dass man sich aus heutiger Sicht die Frage stellen müsse, wie die österreichische Gesellschaft mit sogenannten "Belasteten" nach 1945 umgehen hätte sollen, erklärte Einem. Die Abendveranstaltungen sollen nun Möglichkeit bieten, dieser Frage nachzugehen. "Der Wille zum aufrechten Gang setzt voraus, sich offen und ehrlich den schmerzlichen Tatsachen zu stellen", so Einem. (Schluss) dp

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