Kärnten ist Vorreiter in Gesundheitspolitik

LHStv. Ambrozy präsentierte "Visionen für ein gesundes Kärnten" - Leistbare und flächendeckende Gesundheitsversorgung sichern -Schwerpunkte bei Ausbildung, Vorsorge und Patientenschutz

Klagenfurt (LPD) - Kärnten hat eine Vorreiterposition in der Gesundheitspolitik und ist in vielen Bereichen Beispiel gebend für ganz Österreich. Das betonte heute, Montag, Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy, der bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt seine "Visionen für ein gesundes Kärnten" präsentierte. Als wichtigstes Ziel führte er dabei die Sicherung einer leistbaren und flächendeckenden Gesundheitsversorgung an. Weiters verwies Ambrozy auf die kürzlich gestartete Ausbildungsoffensive im Krankenanstalten-und Pflegebereich, Projekte der Gesundheitsvorsorge sowie den Kampf gegen Drogen und Sucht. Verstärken will er außerdem das "Schutznetz" für Kärntens Patienten. Patientenanwaltschaft und -charta sollen dazu auch auf den extramuralen sowie den Pflegebereich ausgedehnt werden.

Als Krankenanstaltenreferent habe er immer das Wohl der Patienten und Mitarbeiter in den Mittelpunkt gestellt, meinte Ambrozy. Daher gelte es, eine leistbare und flächendeckende Gesundheitsversorgung für alle Kärntnerinnen und Kärntner zu sichern sowie das Leistungsangebot an die Bedarfslage von morgen anzupassen. Das Motto dieser Leistungsangebotsentwicklung sei für ihn "Therapieren statt Rationieren", meinte Ambrozy, der dabei Sparmöglichkeiten aufzeigen und auf zukünftige Entwicklungen bzw. Versorgungslücken Bedacht nehmen will. Dieses Konzept sei von 125 Experten aus dem ganzen Land unter Federführung des Primararztes Manfred Freimüller und in Abstimmung mit allen Trägern erarbeitet worden, erklärte der Gesundheitsreferent und verwies auf lokalisierte Sparpotentiale und nachhaltige Verbesserungsmöglichkeiten im Krankenanstaltenwesen.

Ambrozy sprach sich weiters gegen neue Belastungen für die Patienten aus. Bei einem zukunftsweisenden Finanzierungskonzept seien ihm eine optimale Qualität der Versorgung für alle sowie die Ausschöpfung vorhandener und vertretbarer Einsparreserven -beispielsweise bei den Ausgaben für Medikamente, durch die verstärkte Kooperation bestehender Einrichtungen oder durch die Umsetzung der Leistungsangebotsentwicklung - wichtig. So solle das Gesundheitswesen auch in Zukunft solidarisch finanziert werden, betonte Ambrozy und meinte: "Diese Solidarität von Gesunden mit Kranken gibt den Menschen das, was sie am meisten brauchen: Sicherheit."

Die Stärkung der regionalen Spitäler und der Neubau des LKH Klagenfurt seien unbestritten die Schwerpunkte seiner Krankenanstaltenpolitik, strich der Krankenanstaltenreferent hervor. In diesem Zusammenhang sei in den vergangenen Jahren eine Investitionsoffensive in Gang gesetzt und zahlreiche wichtige Projekte seien umgesetzt worden. Neben der langfristigen Sicherung aller Krankenhaus-Standorte im Kärntner Krankenanstaltenplan erwähnte er in diesem Zusammenhang den endgültigen Startschuss für das LKH Klagenfurt NEU und die Gailtalklinik, die Fertigstellung des Eltern-Kind-Zentrums in Klagenfurt sowie die langfristige Sicherung der Lymphklinik - der ersten derartigen Einrichtung in Österreich -und den Ausbau der Geriatrie in Wolfsberg. Darüber hinaus seien zahlreiche medizinische Großgeräte angeschafft worden. Investitionen von insgesamt 205 Millionen seien in den Jahren 1999 bis 2003 allein in den fünf Landeskrankenanstalten getätigt worden. Mehr als 400 Millionen Euro sollen es in den Jahren 2004 bis 2008 sein. Insgesamt 10.000 Arbeitsplätze im Bau- und Bau-Nebengewerbe würden durch dieses gewaltige Investitionsvolumen gesichert.

Das LKH Klagenfurt NEU, mit dem in Kärnten eines der modernsten Gesundheitszentren Europas entstehen werde, sei ein wirkliches Jahrhundertprojekt und solle als "Alpen-Adria-Klinikum" weit über die Landesgrenzen hinaus wirken. Für die Fertigstellung, die in vier Schritten erfolgen soll, sind laut Ambrozy rund zehn Jahre veranschlagt. Die Gesamtkosten für das LKH Klagenfurt NEU bezifferte er mit rund 316 Millionen Euro. Schon derzeit behandle das Schwerpunktkrankenhaus in Klagenfurt als eines der größten Spitäler Österreichs rund 420.000 Patienten jährlich, 80.000 davon stationär. Beschäftigt seien dort 4270 Mitarbeiter und es verfüge über insgesamt 1574 Betten. Die weiteren vier Landesspitäler in Villach, Hermagor, Laas und Wolfsberg würden 2589 Mitarbeiter beschäftigen und über insgesamt 1262 Betten verfügen. Die fünf Landeskrankenanstalten würden somit rund 640.000 Patienten jährlich behandeln, 150.000 davon stationär. Dazu würden noch fünf konfessionelle Krankenhäuser (Treffen, Waiern, St. Veit, Friesach und Elisabethinen) und ein privates (Spittal) kommen, erwähnte Ambrozy.

Im Gesundheitssystem der Zukunft könnten insbesondere kleinere Spitäler nur durch den Ausbau von Netzwerken, Kooperationen und Allianzen überleben, meinte der Gesundheitsreferent außerdem. Dadurch könnten Synergieeffekten genutzt werden und es entstünde eine höhere Wirtschaftlichkeit. In Kärnten solle deshalb zukünftig ein bahnbrechendes telemedizinisches Projekt verwirklicht werden, an dessen Ende die Vernetzung aller Krankenhäuser, Sanatorien, der niedergelassenen Ärzte, Apotheken und der Krankenversicherungen stehe. Dieser "technologische Quantensprung" werde es ermöglichen, qualitativ hochwertigste Medizin auch in die Regionen zu bringen und damit Spitalsstandorte langfristig zu sichern. Der Ausbau der Telemedizin soll laut Ambrozy mit 70.000 Euro jährlich gefördert werden.

Die Arbeit im Gesundheitsbereich sei "verantwortungsvoll, ausbildungsintensiv sowie psychisch und physisch ungemein belastend". Als Krankenanstaltenreferent würdige er deshalb ausdrücklich die professionelle Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und setze sich dafür ein, die Arbeitsbedingungen in allen Gesundheitsbereichen ständig zu verbessern und dafür zu sorgen, dass insgesamt ausreichend Personal und eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stünden. Dazu wolle er den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern positive Anreize bieten, erklärte Ambrozy und verwies auf gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, ständig verbesserte Arbeitsbedingungen, entsprechendes Einkommen und die Sicherheit, den Arbeitsplatz nicht zu verlieren.

Eine jetzt gestartete Ausbildungsoffensive solle daher sicher stellen, dass die für Krankenanstalten, Pflege- und Altenheime sowie den extramuralen Bereich notwendigen diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger auch zur Verfügung stehen. Die Chancen, dass Kärntner Absolventinnen und Absolventen aus dem Gesundheitsbereich eine Anstellung erhalten, seien sehr gut. Außerdem seien die in Klagenfurt und Villach Ausgebildeten auf Grund des hohen Niveaus auch in anderen Bundesländern willkommen, meinte Ambrozy, der als Bestandteil dieser Offensive auch die Forderung nach mehr Geld für die Ausbildung der Turnusärzte, die derzeit bis zu 15 Monate auf einen Ausbildungsplatz warten müssten, anführte.

Kärnten sei auch Vorreiter auf dem Gebiet der Patientenrechte, hob der Gesundheitsreferent hervor. Die Patientenanwaltschaft und die Kärntner Patientencharta deckten weite Bereiche der medizinischen Dienstleistung ab. Eine Ausnahme bilde jedoch immer noch der Pflegebereich. Eines seiner vorrangigen Ziele sei es, diese Lücke im "Schutznetz" für Kärntens Patienten zu schließen. Noch dazu sollten Patientenanwaltschaft und Patientencharta auf den extramuralen Bereich ausgedehnt werden.

Eine weitere zentrale Aufgabe des öffentlichen Gesundheitssystems sei es, "die Chance, gesund zu bleiben, zu verbessern". Durch Prävention und Gesundheitsförderung solle jeder die Möglichkeit haben, aktiv Krankheiten vorzubeugen, meinte Ambrozy, der sich für eine umfassende Gesundheitsvorsorge sowie -förderung einsetze. In diesem Zusammenhang verwies er auf Gesundheitsvorsorgeprojekte wie "Gesunde Gemeinde" oder Vorsorgeaktionen zur Früherkennung und Vorbeugung von Haut-, Prostata- und Brustkrebs sowie Zahnkaries und Diabetes.

Einen weiteren Schwerpunkt seiner Gesundheitspolitik bilde der Kampf gegen Drogen und Sucht sowie der Schutz der Jugend. Die "Speerspitzen" dabei seien der Kärntner Rahmenplan Suchtprävention und Drogenhilfe bis 2005, das Kärntner Drogenforum, die Landesstelle Suchtprävention, die Schaffung einer Einrichtung für die psychosoziale Betreuung in der Region Villach, die Kärntner Drogenambulanz sowie diverse Aktionen zu den Themen Jugendschutz, Alkohol und Nikotin.
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