Grüne zu geplanter Wien-Umfahrung: EU-Klage und Bomben

Wien (OTS) - Die geplante Wien-Umfahrung im Norden - von den
Grünen als "Lobau-Autobahn" betitelt - könne vor allem aus zwei Gründen nicht gebaut werden: Zum einen drohe eine Klage durch die EU, weil die Lobau Natura 2000-Gebiet sei und andererseits würden auf der geplanten Trasse noch zahlreiche "Blindgänger" - Bomben aus dem 2. Weltkrieg - vermutet. Dies erklärte der Umweltsprecher der Wiener Grünen LAbg. Mag. Rüdiger Maresch Montag in einem Pressegespräch. Er wiederholte den Grünen Standpunkt, wonach statt einer Wien-Umfahrung die öffentlichen Verkehrsmittel ausgebaut werden sollten, Transitverkehr vermieden werden müsste und lokale Umfahrungen der Ortskerne ausreichen würden.

Die Lobau sei Natura 2000-Gebiet und zwar sowohl nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie als auch nach der Vogelschutzrichtlinie. Österreich könne daher ohne Zustimmung der EU dieses Gebiet nicht einfach verkleinern, dies würde ein Vertragsverletzungsverfahren nach sich ziehen, glaubt der Grün-Politiker. Eine Verkleinerung des Nationalparkes wäre, so Maresch, aber bei den zur Diskussion stehenden Trassenvarianten unumgänglich. Weiters war die dort befindliche Ölraffinerie im 2. Weltkrieg ein Gebiet, das massiver Bombadierung ausgesetzt war. Allein am 22.8.1944 warfen alliierte Bomber 50 Tonnen Bomben über diesem Gebiet ab. Maresch vermutet, dass allein auf der geplanten Straßenstrecke noch 30 bis 50 Blindgänger lagern. Eine Beseitigung dieser Fliegerbomben würde nicht nur ständige Lebensgefahr für die beim Straßenbau Beschäftigten darstellen, sondern auch Milliarden verschlingen.

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