REIßVERSCHLUSS STATT POLE POSITION

KfV erinnert: Reißverschlussprinzip vermeidet Stau - Einordnen erst kurz vor der Engstelle!

Wien (OTS) - Der Reißverschluss im Straßenverkehr ist eine ganz schön verzwickte Sache. Nicht, weil das verpflichtende abwechselnde Einordnen von Autos bei einer Fahrstreifenverringerung so besonders schwierig wäre. Ganz im Gegenteil - das System, das es bereits seit 20 Jahren gibt, verhindert Staus und gewährleistet einen besseren Verkehrsfluss. Es scheint jedoch, dass sich in den Köpfen so mancher Autofahrer der Gedanke "Erster" hartnäckig in den Vordergrund drängt, sobald es zum Einfädeln wird. Und so kommt es immer wieder vor, dass jener Fahrzeuglenker, der auf der endenden Spur nach vorne fährt, um sich einzureihen, als Drängler beschimpft wird.

Erst kurz vor Engstelle einordnen!

Damit Aggressionen bei den Straßenverkehrsteilnehmern erst gar nicht aufkommen und das gegenseitige Einordnen und Einordnen lassen reibungslos klappt, empfiehlt DI Martin Winkelbauer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): "Der Reißverschluss funktioniert am besten, wenn sich die Fahrzeuglenker erst unmittelbar vor der Engstelle einordnen und nicht bereits ein paar hundert Meter davor. Zu frühes Einordnen behindert nicht nur den Verkehrsfluss, sondern provoziert Fahrzeuglenker auf der leeren Spur vorzufahren - dieses Verhalten birgt Aggressionspotenzial, auch wenn es eigentlich das richtige ist!"

Ohne Reißverschluss doppelt so viel Stau

Was der Reißverschluss so alles bewirkt, haben Studien aus Deutschland untermauert. Laut diesen Untersuchungen, verdoppeln sich Staus an Engstellen alleine dadurch, dass das Reißverschlussprinzip nicht korrekt angewendet wird. Der Sinn dieses Prinzips liegt darin, dass beide Spuren optimal ausgenutzt werden können und zwar bis an den Punkt, wo beide zusammenkommen.

Arena Straße? Fahrzeuglenker sind Partner, keine Gegner!

"In der Praxis sollte auf beiden Spuren mit möglichst gleicher Geschwindigkeit gefahren werden, aber nicht Stoßstange an Stoßstange, sondern mit Lücken, die das Einfädeln ermöglichen. Gefragt ist auch mehr Toleranz und partnerschaftliches Verhalten auf der Straße, damit der Verkehrsfluss gewährleistet ist. Die Straße ist keine Arena und Fahrzeuglenker sind Partner, keine Gegner!", appelliert KfV-Direktor Dr. Othmar Thann zu mehr Einsicht. Wer den Reißverschluss verweigert, kann übrigens bestraft werden und muss dafür im Schnitt 35 Euro bezahlen.

In südlichen Ländern funktioniert die gegenseitige Kommunikation im Straßenverkehr übrigens besser. Aber auch in Österreich zeichnet sich bei der Bereitschaft dem Verkehrsfluss durch den Reißverschluss etwas auf die Sprünge zu helfen, inzwischen ein positiver Trend ab. Verstärkte Information, wie Ankündigungstafeln und die täglichen Erfahrungen sollen die gegenseitige Toleranz aber noch steigern.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161
http://www.kfv.at

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