Radio Wien: Zoologen schlagen Alarm

Wien (OTS) - Das für das massive Amselstreben in Wien verantwortliche Usutu-Virus dürfte weit dramatischere Auswirkungen haben als ursprünglich angenommen. Es wird vermutet, dass auch andere Vogelarten mit dem Virus infiziert sind. Experten befürchten, dass auch Menschen vom Usutu-Virus befallen werden könnten. Zoologen schlagen Alarm, am Montag, im Radio Wien Stadtjournal, ab 6 Uhr früh.****

Eine Wiener Untersuchung mit einer zwölf Quadratmeter großen Glaswand, die testen soll, wie der Aufprall von Vögel verhindert werden kann, hat zu einem erschreckenden Ergebnis geführt: In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der an dieser Glaswand aufgefangenen Vögel dramatisch zurückgegangen. "Wurden früher in einem Zeitraum von sechs Wochen 150 Vögel gefunden, so verfangen sich jetzt innerhalb von drei Monaten nur noch drei Vögel", sagt der Wiener Zoologe Gerhard Spitzer in seinem Radio Wien-Interview. Er führt das Ausbleiben der Vögel auf das Usutu-Virus zurück, das auch andere Vogelarten als nur Amseln befallen haben dürfte.
Das Usutu-Virus wird durch Gelsen übertragen. Auch Menschen könnten vom Virus befallen werden, sagt Spitzer. Man wisse nur nicht, wie sich das auswirke: "Möglicherweise durch fieberhafte Erkrankungen. Unter Umständen gibt es bereits derartige Fälle, ohne dass diese bekannt geworden sind."
Spitzer befürchtet, dass es nach diesem, vom Usutu-Virus verursachten Vogelsterben, Jahre dauern könnte, bis sich die Vogelpopulationen wieder erholen werde. Vorausgesetzt, der Virusbefall gehe zurück. Und das wiederum sei nur möglich, wenn die Gelsen im Winter bekämpft werden.

Zoologen schlagen Alarm: Radio Wien Stadtjournal, Montag, 19.Jänner, ab 6 Uhr früh.

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