WirtschaftsBlatt-Kommentar Jackpot-Chance für die Nahrungsmittel

von Erwin Frasl

Wien (OTS) - Das Betriebesterben in grossem Ausmass hat
eingesetzt. Allerdings nicht in Österreich, sondern in der Lebensmittelerzeugung der künftigen EU-Mitgliedsländer in Osteuropa. Betroffen sind dort vor allem Milch- und Fleisch verarbeitende Betriebe, die mit den geforderten EU-Standards nicht mithalten und das Geld für notwendige Investitionen nicht mehr aufbringen können. Sie geben einfach auf.

Das ist traurig für die dortigen Unternehmer, eröffnet aber viele neue Chancen. Zum Beispiel für österreichische Unternehmen. Es heisst aber schnell sein. Denn die grossen Nahrungsmittelkonzerne in den anderen EU-Mitgliedsländern, allen voran Frankreich und Deutschland, drängen mit aller Marktmacht in diese Hoffnungsgebiete.

Österreich kann beim Einstieg in die Lebensmittelbranche der neuen EU-Mitgliedsländer eine Reihe von Vorteilen ausspielen. Immerhin hat sich Österreich in den vergangenen Jahrzehnten freiwillig immer für besonders hohe Qualitätsansprüche in der Nahrungsmittelerzeugung entschieden. Das hat zwar in Österreich einen brutalen Konkurrenzkampf mit Billiganbietern aus den gesamten westlichen Industriestaaten mit sich gebracht, der leider viele österreichische Unternehmen zum Aufgeben gezwungen hat.

Überlebt haben das die Besten. Das kann Österreichs Unternehmen nun zugute kommen, wenn sie es geschickt anstellen. Denn in allen neuen EU-Mitgliedsländern gibt es einen enormen Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln. Und die Zahl der Menschen, die sich hochwertige Lebensmittel leisten können, wächst erfreulicherweise täglich.

Bei dem Einstieg in die Märkte der neuen EU-Mitgliedsländer Osteuropas heisst es allerdings, mit Bedacht vorzugehen, wie etwa der Unternehmer und Osteuropa-Kenner Michael Leier mit verschiedenen Betrieben in Ungarn und Polen aus praktischer Erfahrung weiss.

Diese neuen Mitgliedsländer der EU müssen zwar den Gesetzesbestand der EU übernehmen, haben dafür aber bis zu zehn Jahre Zeit. Rechtssicherheit, wie wir sie seit Jahrzehnten gewohnt sind, wird in diese Ländern noch Jahre auf sich warten lassen. Das könnte für jene Unternehmer böse Überraschungen mit sich bringen, die in den neuen EU-Ländern zwar investieren, aber dann nicht ständig vor Ort sind.

Wer den gut vorbereiteten Schritt über die Grenze wagt, wird aber zu den Gewinnern zählen.

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