Haider: Der Reformer kämpft um sein Auftragswerk!

Wer den Lehrern vorschreiben will, einmal jährlich bei den Schülern Rückmeldungen über den Unterricht einzuholen, sollte selbst kritikfähig sein.

Wien (OTS) - In der Tageszeitung "Kurier" vom 15. 1. 2004 wollte
der Herr Professor (ein richtiger Akademiker, der auch lesen kann!) seinen Kritikern zeigen, wie er sie mundtot machen will.

Wer sein Auftragswerk nicht vorbehaltlos bejubelt, obwohl doch via Internet ausdrücklich Kritik erbeten wird, ist also in den Augen des wirklichen Akademikers ein Steinzeit-Pädagoge.

Die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer hat sich bisher einer inhaltlichen Stellungnahme zu den Vorschlägen der sogenannten "Zukunftskommission" enthalten, weil der Herr Professor Haider Gott sei Dank nicht unser Ansprechpartner ist.

Einiges von seinen Vorschlägen ist diskussionswürdig, einiges nicht einmal das Papier wert, auf dem es geschrieben steht. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass im bm:bwk ein ausreichend hohes Potential an Gestaltungswillen für die Zukunft der österreichischen Schule dazu führt, die Vorschläge der Zukunftskommission zu selektionieren.

Wer einer kleinen Volksschule zumuten will, gemeinsam mit den Schulpartnern Lehrerinnen selbst per Ausschreibung und Bewerbung zu engagieren, mag sich noch so oft auf zwanzig Dienstjahre als "g´standener Lehrer" (Eigendefinition des Herrn Professors) berufen, er zeigt damit seine Ahnungslosigkeit in Sachen Schulwirklichkeit.

Besonders tief greift der Herr Professor, wenn er Kritiker aus dem Schulbereich damit zum Schweigen bringen will, indem er ihnen vorwirft, ihre Karriere nur einer politischen Partei - nicht aber ihrem Wissen zu verdanken. Da könnte dem Zeitungsleser so manches alte Sprichwort einfallen: und keines davon ließe den Herrn Professor wirklich gut ausschauen.

Dass Herr Dr. Haider das Sträuben der Ministerin Gehrer gegen das Aufsteigen mit Fünfern nur milde bewertet: "Das sehe ich nicht dramatisch" hat wenigstens der Auftraggeberin eine härtere Abreibung durch den Guru der österreichischen Schulzukunft erspart.

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Walter Riegler
Vorsitzender der
Pflichtschullehrergewerkschaft in der GÖD
Tel: 0664/422-40-59

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