Grätzlpolizisten existieren leider nur auf dem Papier

Kritik von SP-Bezirksvorstehern an Innenminister Strassers Ankündigungspolitik

Wien (SPW-K) - Polizisten, die mehrmals im Monat zu Fuß durch den Bezirk spazieren, sich die Sorgen und Probleme der Anrainer und der Geschäftsinhaber anhören - die sollte es, wenn man den Ankündigungen von Innenminister Ernst Strasser glauben darf, in Wien geben. Die Wirklichkeit sieht hingegen ganz anders aus. Außer ein paar ÖVP-Parteifreunden von Strasser hat offenbar niemand einen Grätzlpolizisten auf der Straße gesehen.

Floridsdorfs Bezirksvorsteher Heinz Lehner: "Die Tagesarbeit ist von der Kriminalpolizei zur uniformierten Polizei verlagert worden. Dadurch müssen die Beamten in den Kommissariaten und Wachzimmern viel mehr administrative Arbeiten durchführen. Ihnen bleibt durch diese Mehrarbeit keine Zeit, im Grätzl unterwegs zu sein. Den Grätzl-Polizisten gibt es leider nur bei Fototerminen mit ÖVP-Politikern."

Ähnliche Erfahrungen hat Bezirksvorsteher Karl Lacina in der Brigittenau gemacht: "Bei Besuchen in Wachzimmern in meinem Bezirk beklagen sich die Beamten immer wieder über zu wenig Personal. Sie bedauern, dass sie ihren eigentlichen Auftrag, nämlich auf der Straße präsent zu sein, nicht ausreichend nachkommen können. Das zeigt für mich, dass die von Innenminister Strasser hochgelobte Polizeireform nur aus Ankündigungen besteht und dazu dient, die Bevölkerung einzulullen."

Die Mariahilfer Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann wird immer öfter auf der Straße angesprochen: "Mich fragen Bezirksbewohnerinnen und Bewohner, wo denn jetzt diese Grätzlpolizisten sind. Leider muss ich ihnen sagen, dass es sie schlichtwegs nur auf dem Papier gibt. Die Gründe sind die selben, wie in den anderen Bezirken, nämlich die internen Aufgabenverlagerungen und zuwenig Personal. Die Beamten selber - und das erzählen sie mir immer wieder persönlich - würden ja gerne ihren Rayon betreuen. Alleine die Zeit dazu fehlt."

In diesem Zusammenhang unterstützen die Bezirksvorsteher den heute vorgebrachten Wunsch von Wiens Polizeipräsident Peter Stiedl. Dieser sieht einen Bedarf von mehreren hundert zusätzlichen Polizisten für ganz Wien. (Schluss)

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