AK fordert mehr Geld für Weiterbildung

Klagenfurt (AK) - Bundesregierung und Wirtschaft müssen mehr für die Weiterbildung der Arbeitnehmer tun, fordert die Arbeiterkammer. Während 80 Prozent der Kärntner Arbeitnehmer Weiterbildung für wichtig halten, wird nur jeder dritte dabei vom Arbeitgeber unterstützt. Gleichzeitig hat die Bundesregierung ihr Budget für die Förderung der Weiterbildung um ein Viertel gekürzt, kritisiert die AK.
"Wir brauchen einen Wettbewerb der besten Köpfe und nicht der billigsten Arbeitskräfte. Ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort braucht ein hohes Ausbildungsniveau der Arbeitnehmer", betont AK-Direktor Dr. Erwein Paska bei der Präsentation des AK-Bildungsgutscheines. Gerade in Kärnten sei eine Qualifikationsoffensive im Hinblick auf die EU-Erweiterung dringend notwendig. "Schlecht ausgebildete und ältere Arbeitnehmer werden besonders betroffen sein", sagt Paska.
Die Arbeiterkammer wird heuer 37 Prozent ihres gesamten Budgets, das sind 6,4 Millionen Euro, für die Qualifikation der Kärntner Arbeitnehmer aufwenden. "Daher erwarten wir, dass auch die Bundesregierung und die Wirtschaft deutlich mehr für die Weiterbildung der Beschäftigten einsetzen", fordert Paska. Wie eine aktuelle, von der AK in Auftrag gegebene Studie des IFES belegt, entfalten die Kärntner Betriebe nur geringe Aktivitäten zur Förderung ihrer Mitarbeiter. Lediglich 35 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen sind im Vorjahr von ihrem Arbeitgeber bei einer berufs-spezifischen Weiterbildung unterstützt worden.
Wie die IFES-Studie belegt, sind Alter, berufliche Position, Geschlecht und Betriebsgröße entscheidend für die Chance, bei der Weiterbildung vom Arbeitgeber gefördert zu werden. Bevorzugt werden Beschäftigte zwischen 30 und 50 Jahren. Außerdem investiert ein Unternehmen stärker in Männer als in Frauen und mehr in Arbeitnehmer mit höherer Qualifikation. So werden in Kärnten 59 Prozent der Arbeitnehmer mit Matura unterstützt, aber nur 15 Prozent mit Pflichtschul-abschluss oder ohne Berufsausbildung.
"Auch die Bundesregierung lässt die Arbeitnehmer im Stich", kritisiert Paska. Heuer wurde das Förderbudget für die Weiterbildung von Berufstätigen um 25 Prozent gekürzt - von zwölf auf neun Millionen Euro.
Immer mehr Beschäftigte bilden sich daher privat in ihrer Freizeit auf eigene Kosten weiter. 16 Prozent aller Arbeitnehmer in Kärnten finanzieren ihre Qualifikation aus eigener Tasche. Vor fünf Jahren waren es noch zehn Prozent. "Unterstützung erhalten die Beschäftigten seit vier Jahren durch den AK-Bildungsgutschein. Für diese Aktion hat die Arbeiterkammer bisher 1,62 Millionen Euro eingesetzt", erläutert Paska. Nicht zuletzt im Interesse des Wirtschaftsstandortes müsse die Qualifikation der Arbeitnehmer für Politik und Betriebe einen viel größeren Stellenwert erlangen.
Die Arbeiterkammer fordert:
- Ein 100 Millionen Euro-Förderpaket für die Weiterbildung, das in Form einer Bildungsprämie ausbezahlt wird. Die Höhe dieser Prämie soll je nach Einkommen gestaffelt sein und kann bis zu 750 Euro pro Person und Jahr betragen.
- Einen gesetzlichen Anspruch für Arbeitnehmer auf eine Woche Weiterbildung pro Jahr während der Arbeitszeit.
- Ein staatliches Gütesiegel für Weiterbildungseinrichtungen. Das Bildungsministerium muss einen Kriterienkatalog für dieses Gütezeichen festlegen. Öffentliche Förderungen sollen nur mehr Träger dieses Gütesiegel erhalten.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Kärnten
Kommunikation
Mag. Christa Maurer
Tel.: 0463/5870-238
Fax: 0463/5870-236
c.maurer@akktn.at
http://www.akktn.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKK0002