Pkw und Fußgänger: 6.900 Mal im Jahr krachts!

Wetterkapriolen und Straßenverkehr - eine schlechte Kombination für Fußgänger. KfV empfiehlt: Tempo drosseln, weg mit Kuhfängern

Wien (OTS) - Wetterkapriolen machen Fußgängern derzeit zu schaffen. Wer aus dem Haus will, muss mit erschwerten Bedingungen durch die jeweilige Wettersituation rechnen. Ob Dachlawinen, Berge aus Schneematsch oder riesige Wasserpfützen - der Winter hat für jeden (zweifelhaften) Geschmack etwas im Programm. Derart gehandikapte Fußgänger müssen sich in Tagen wie diesen nicht nur auf den Straßenverkehr konzentrieren, sondern auch noch auf strapazfähiges Schuhwerk und schützende Kopfbedeckung achten.

Bis Oktober 2003 ließen 71 Fußgänger ihr Leben auf der Straße

Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), setzt sich besonders für die Verlierer im Straßenverkehr ein:
"Die ungeschütztesten aller Verkehrsteilnehmer nehmen auf der Straße ohnehin eine untergeordnete Stellung ein. Bei 80 Prozent aller Fußgängerunfälle sind Pkw die Unfallgegner. Während aber meist sämtliche Pkw-Insassen unverletzt bleiben, geht es für diejenigen ohne motorisierten Untersatz weniger gut aus." Schließlich gab es allein bis Oktober 2003 nach vorläufigen Zahlen 3.066 Fußgängerunfälle, bei denen 3.000 Fußgänger verletzt und 71 getötet wurden.

Autofahrer: Mehr Rücksicht vor allem vor Schutzwegen und Schulen!

Auch Kinder sind immer wieder unschuldige Opfer, die bei Fußgängerunfällen verletzt werden oder gar sterben. Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, bedürfen besonderem Schutz. Bis Oktober 2003 verunglückten allein 784 Kinder bis 14 Jahre als Fußgänger. "Wir halten Autofahrer immer wieder zu besonderer Vorsicht an! Besonders im Ortsgebiet, vor Schutzwegen und Schulen, wo viele Kinder unterwegs sind, heißt es Tempo drosseln und bremsbereit fahren! Ab 70 km/h ist die Überlebenschance bei einem Crash für Fußgänger nämlich gleich Null", veranschaulicht KfV-Chef Thann. Das KfV erinnert zudem an die seit 1994 geltende Regelung, wonach Auto-fahrer Fußgängern bei Zebrastreifen das ungehinderte und ungefährdete Überqueren der Fahrbahn ermöglichen müssen. Demnach muss der Fußgänger den Fuß nicht erst auf die Fahrbahn setzen, um seine Absicht erkenntlich zu machen.

Fußgänger aber nicht völlig aus der Pflicht entlassen!

Ganz aus der Pflicht können aber auch Fußgänger nicht entlassen werden. Die Grundsatzregel heißt: Auf die Fahrbahn gehören Autos, auf den Gehsteig Fußgänger. Wenn Fußgänger die Fahrbahn überqueren besteht Wartepflicht, ausgenommen wie erwähnt am Schutzweg und bei grüner Ampel. Bei Fahrzeugen ist aufgrund der Witterung mit verlängerten Bremswegen zu rechnen. Daher müssen auch Fußgänger im eigenen Interesse verstärkt Rücksicht üben.

6.900 Mal/Jahr kracht es zwischen Pkw und Fußgängern

Damit - kommt es zum Zusammenstoß - Fußgänger glimpflicher wegkommen, empfiehlt das KfV immer wieder: Weg mit den gefährlichen Kuhfängern! Frontschutzbügel von Geländeautos, die sogenannten "Kuhfänger" oder "Bull Bars" dienen in unseren Breiten lediglich als optischer Aufputz und haben keine technische Funktion. Fußgängerunfälle könnten durch das entbehrliche Dekor allerdings die Schwere der Verletzungen drastisch erhöhen. "Bei jährlich rund 6.900 Kollisionen zwischen Pkw und Fußgängern bzw. Radfahrern ist diese Forderung mehr als angebracht. Außenairbags oder eine 'aktive' Motorhaube, die mehr Platz zwischen Motor und Motorhaube bietet und damit den Aufprall nicht ganz so hart werden lässt, würden die Fußgängersicherheit zudem massiv erhöhen. Derartige Sicherheitssysteme sind aber derzeit noch Zukunftsmusik", so Thann.

Als wirksame Einrichtungen im Kampf gegen die zahlreichen Fußgängerunfälle hält das KfV straßenbauliche Maßnahmen wie Gehsteigvorziehungen, Mittelinseln, Aufpflasterungen oder Gehsteigabsenkungen. Zu kurze grün geschaltete Ampelphasen für Fußgänger oder eben schlechte Wetterbedingungen erhöhen die Gefahr ebenfalls.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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