Flemming: Europaparlament fordert wirksamen Schutz von Großaffen und anderen bedrohten Tierarten

Illegaler Handel mit Buschfleisch soll effizient bekämpft werden

Straßburg, 15. Januar 2004 (ÖVP-PK) "Durch illegale Jagd und Handel stehen manche Großaffenarten wie Gorillas oder Schimpansen, aber auch zahlreiche andere Tierarten in tropischen Regionen kurz vor der Ausrottung. Vor allem Afrika ist besonders betroffen. Ich begrüße daher, dass das Europäische Parlament in einer Resolution diese drohende Gefahr klar angesprochen hat und sich jetzt für wirksame Schutzmaßnahmen einsetzen will", sagte heute, Donnerstag, die ÖVP-Europaparlamentarierin Dr. Marilies Flemming in Straßburg. "Neben Drogen und Waffen sind wildlebende Tiere bereits der lukrativste Zweig für den illegalen Handel", so Flemming weiter. "Buschfleisch ist in einigen Ländern billiger als das Fleisch anderer Tiere. Die Nachfrage insbesondere in den Städten steigt an und moderne Waffen machen die Jagd extrem effizient", kritisierte Flemming. "Durch neu angelegte Holzfällerstraßen wird obendrein kommerziellen Jägern ein leichter Zugang zu bis dahin undurchdringlichen Wäldern geöffnet." ****

Die vom Europaparlament angenommene Resolution basiert auf einer Petition aus dem Jahr 2002, in der über 1,9 Millionen Menschen mit ihrer Unterschrift forderten, unverzüglich Maßnahmen zum Schutz von Affen und anderen wildlebenden Tieren zu ergreifen, die durch illegale Jagd und illegalen Handel vom Aussterben bedroht sind. In seiner Resolution sprach sich das Europäische Parlament für eine wirksame Bekämpfung des Problems aus und stellte einen umfassenden Forderungskatalog an die Kommission auf.

"Die Bejagungsquoten in breiten Zonen der Tropenwälder Afrikas sind bereits unverantwortlich hoch, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. Die Folge dieses Raubbaus ist ein dramatischer Rückgang der Wildtiere. Viele Tierarten sind bereits lokal oder regional ausgestorben, andere Tierarten sind sogar aus zahlreichen geschützten Gebieten ganz verschwunden", so Flemming. "Wir haben die Kommission daher dringend aufgefordert, im Zuge der Umsetzung des EU-Aktionsplans zur Erhaltung der biologischen Vielfalt eine EU-Strategie und einen Aktionsplan zum Thema Buschfleisch zu erstellen. Der Aufbau der Kapazitäten wildlebender Tiere und die Erhaltung der Natur durch die zuständigen Behörden in den betroffenen Ländern, eine effizientere Rechtsdurchsetzung und Maßnahmen zur Bekämpfung der Wilderei sind dabei die vorrangigen Ziele", erläuterte Flemming.

"Einige Länder, in denen Buschfleisch gehandelt wird, haben de facto zwar angemessene Rechtsvorschriften zum Schutz der wildlebenden Tiere. Oft mangelt es bei deren Durchsetzung aber am politischen Willen, am Know-How oder an den behördlichen Kapazitäten. Mit der heutigen Resolution haben wir einen großen Schritt in Richtung der Erhaltung weiterer vom Aussterben bedrohter Tierarten getan", so Flemming abschließend.

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