Historischer Atlas von Wien: Mehr als nur ein Kartenwerk

Wien (OTS) - Städtische Prozesse in Raum und Zeit dazustellen, gehört zu den schwierigen Aufgabenstellungen einer modernen Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Der nunmehr auch online bestellbare Historische Atlas von Wien bietet eine solche Entsprechung für Wien. Das umfangreiche Kartenwerk mitsamt seinen Erklärungsheften informiert u.a. über Bevölkerungsbewegungen, Wahlergebnisse, die Bausubstanz im Wandel der Zeit, aber auch über die Veränderungen der Arbeitswelt von der Arbeiterschaft zum Angestellten-Dasein, von der Industrialisierung und kleinräumlichen Handwerk hin zu modernen Arbeitsbeziehungen. Der Schwerpunkt der Daten betrifft den Zeitraum zwischen 1800 und 1945.****

International einzigartiges Projekt

Laut dem Wirtschaftshistoriker Gerhard Meißl vom Wiener Stadt-und Landesarchiv stellt der Historische Atlas von Wien auch international eine Einzigartigkeit dar. Derzeit arbeiten an diesem fortdauernden Projekt neben ihm noch drei weitere Kartographen. Die EDV hat natürlich auch in die Arbeit der Wissenschaftler längst Einzug gehalten: So werden etwa die Karten seit den 90er Jahr via entsprechender EDV aufbereitet, diverse Datensammlungen, die eingespeist werden, automatisch mit der von der MA 14 - ADV erarbeiteten digitalisierten Stadtkarte verknüpft. Den Weg zu CD-Rom hat man dennoch nicht eingeschlagen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil derzeit die drucktechnische Qualität noch immer höher als die elektronische Aufbereitung zu bewerten sei, so Meißl im Gespräch mit der rathauskorrespondenz.

Bereits Ende der 70er Jahre begannen der damalige Leiter des Wiener Stadt- und Landesarchivs Felix Czeike und die Raumplanerin Renate Banik-Schweiter an diesem bis heute international einzigartigem opus magnum der städtischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu arbeiten. Das Besondere an dem Werk stelle die "anschauliche raum/zeitliche Darstellung des Wechselspiels zwischen den dynamischen und beharrenden Faktoren der Wiener Entwicklung dar", so der Historiker, der seit 1978, damals noch als freier Mitarbeiter, am Historischen Atlas von Wien mitarbeitet. Herausgegeben wird das Werk vom Wiener Stadt- und Landesarchiv (MA 8), dem Verein für Geschichte der Stadt Wien und dem Ludwig Boltzmann Institut für Stadtgeschichtsforschung in Wien. Die wissenschaftliche Gesamtleitung haben Felix Czeike, Renate Banik-Schweitzer, Gerhard Meißl, und der Leiter des Wiener Landesarchivs Ferdinand Opll über.

Fundgrube für interessierte Lokalhistoriker

Die derzeitige Auflage beträgt 300 Stück Produziert im Eigenverlag des Vereins der Geschichte der Stadt Wien findet das umfangreiche Werk auch bei historisch interessierten Laien Anklang. Weitere Abnehmer sind neben Historikern, Stadtplanern und Architekten Bibliotheken und wissenschaftliche Institute.

Internet-Tipp: http://www.wien.gv.at/ma08/wienatlas/
(Schluss) hch

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