Neues Volksblatt" Kommentar: "Abwägungen" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 15. Jänner 2004

Linz (OTS) - Selbstverständlich ist von jedem Inhaber des Bundespräsidentenamtes Überparteilichkeit zu erwarten. Entsprechend groß ist deshalb auch das Bemühen von Kandidaten, schon vor der Wahl vorhandene parteipolitische Westen abzustreifen. Eine heikle Abwägung: Auf der einen Seite stehen Fragen der Glaubwürdigkeit und -in demokratiepolitischer Hinsicht - der öffentlichen Darstellung von Parteien. Dem gegenüber findet sich das Ringen um Stimmen aus den Lagern politischer Mitbewerber, die für eine Mehrheit unverzichtbar sind. Nicht umsonst gelten Wahlkämpfe um die Hofburg unter Polit-Strategen als die am schwierigsten zu führenden.
Unter solchen Überlegungen wird die Entscheidung, in welcher Form die ÖVP Benita Ferrero-Waldner heute ins Rennen um die Nachfolge von Thomas Klestil schickt, tatsächlich erst in der heutigen Vorstandssitzung getroffen: Eine offizielle Parteinominierung ist ebenso möglich wie eine "Nur-Unterstützung" für eine demonstrativ überparteiliche Kandidatin. Abgewogen wird dabei wohl auch, wie FPÖ-und Grün-Sympathisanten eine Entscheidung für die Außenministerin erleichtert werden kann.

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