Landesrätin Dr. Stöger: Den meisten Frauen bringt die Steuerreform wenig bis gar nichts

Auch bei Erhöhung der Alleinverdiener-Absetzbetrages sind die Frauen bei den Verlierern

Linz (OTS) - "Die von der schwarz-blauen Bundesregierung als
großer Wurf bezeichnete Steuerreform ist insbesondere aus Sicht der Frauen nicht mehr als ein Rohrkrepierer", kritisiert Frauen-Landesrätin Dr. Silvia Stöger. "Vor allem den meisten Arbeitnehmerinnen und Pensionistinnen bringt das Reförmchen wenig bis gar nichts, denn es gibt nur Steuerersparnisse bei Brutto-Einkommen über 14.500 Euro jährlich. Das durchschnittliche Brutto-Einkommen der Arbeitnehmerinnen bzw. die durchschnittlichen Frauenpensionen in Oberösterreich liegen aber sogar unter dieser Grenze. Das hat seinen Grund auch in der österreichweit höchsten Frauen-Teilzeitarbeitsquote von 35,8 Prozent in unserem Bundesland." Damit wenigstens die Frauen mit sehr niedrigem Einkommen bzw. Pension etwas von der Steuerreform hätten, müsste wenigstens die Negativsteuer von derzeit maximal 110 auf 220 Euro erhöht werden, fordert Stöger.

Auch bei der Erhöhung des Alleinverdiener-Absetzbetrages durch Kinderzuschläge zählt ein Großteil der Frauen zu den Verlierern. So werden etwa die allein erziehenden Mütter im Regelfall nicht berücksichtigt. Denn von diesen Zuschlägen profitieren ebenfalls nur die Jahreseinkommen von über 14.500 Euro, Alleinerzieherinnen liegen aber meist unter dieser Grenze. "Und auch wenn zwei Ehepartner berufstätig sind, ist dieser erhöhte Absetzbetrag ein zweischneidiges Schwert: Denn die zusätzliche Entlastung ist daran gebunden, dass die Ehefrau nicht zuviel verdient, d.h. ihre Erwerbsarbeit relativ niedrig hält", zeigt Stöger auf. Verdient nämlich die Frau mehr als 629 Euro brutto monatlich, verliert der Ehemann den Absetzbetrag und natürlich auch die neuen Zuschläge. Will also die Frau beispielsweise wieder mehr arbeiten, wenn die Kinder älter werden, muss ihr monatliches Nettoeinkommen gleich um mindestens 74 Euro steigen, damit sich die gemeinsame Einkommenssituation der "Familie" nicht verschlechtert. "Die Frauen müssen sich also gut überlegen, ob es sich überhaupt auszahlt, wenn sie ihre Teilzeitarbeit ausdehnen. Das wiederum schmälert die Chancen der Frauen auf Selbstständigkeit, mit massiver Auswirkung bis hin zu den Frauenpensionen", so Stöger.

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