Hoscher: Tourismus bleibt Hochsteuerbranche - Runder Tisch gefordert

Wien (SK) Die von der Regierung präsentierte Steuerreform sei für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft bestenfalls "ein Tropfen in der heißen Therme", betonte der SPÖ-Tourismus- und Freizeitwirtschaftssprecher Dietmar Hoscher Mittwoch gegenüber dem Pressedienst seiner Partei. Nach wie vor sei diese Branche in Österreich "ein Musterbeispiel für eine Hochsteuerbranche", was sich durch die Steuerreform keineswegs bessern werde. In diesem Zusammenhang forderte Hoscher einen Runden Tisch zum Thema "Tourismus und Steuern". ****

"Die wahren Probleme der Tourismuswirtschaft wurden wieder nicht einmal am Rande erwähnt. Kein Wort zum ermäßigten Umsatzsteuersatz, kein Wort zur Abschreibungsdauer, kein Wort zur Pauschalierungsfrage usw. Und vor allem keine Rede mehr von einer Senkung der Lohnnebenkosten im Tourismus", kritisierte Hoscher. Dafür höre man die stereotype Ausrede, man senke ohnehin die Körperschaftssteuer. "All jene, die dies als Allheilmittel der Tourismusbranche ansehen, offenbaren ihre völlige Ahnungslosigkeit bezüglich der Unternehmensstruktur dieses Wirtschaftszweiges", hielt der Ökonom fest. Denn die überwiegende Zahl der Betriebe in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft seien keine Kapitalgesellschaften und könnten daher von einer KÖSt-Senkung nichts profitieren.

"Überdies sind zehntausende Betriebe der Branche gar nicht in der Situation, hohe Gewinne zu erzielen. Daher hilft bei den Personengesellschaften auch die Halbsatzbesteuerung nicht entnommener Gewinne wenig, wie sogar IHS-Chef Felderer festgehalten hat. Trotzdem sind diese Unternehmen aber immens bedeutend für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt unseres Landes", betonte Hoscher. Die Ungleichbehandlung von Kapital- und Personengesellschaften werde statt verringert noch weiter erhöht, was insbesondere den Tourismus treffe. Auch die Abschaffung der steuerfreien Übertragung stiller Reserven werde laut Expertenmeinung unter anderem den Tourismus treffen.

"Bleibt letztendlich die Senkung der Biersteuer sowie die Abschaffung der Schaumweinsteuer. Das ist, vor allem auch angesichts der Aussage von Staatssekretär Finz, dass die Getränkesteuerproblematik nicht zugunsten der Tourismusbetriebe gelöst werden solle, eindeutig zu wenig. Ein runder Tisch zum Thema 'Tourismus und Steuern' ist längst überfällig", schloss Hoscher. (Schluss) wf/mp

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