Ottakring ist für Blinde und schwer Sehbehinderte "ertastbar"

Bezirksvorsteherin Ernestine Graßberger stellt Wiens ersten tastbaren Bezirksplan vor

Wien (SPW-K) - Als erster Bezirk in Wien hat Ottakring heute in
der Bezirksvorstehung tastbare Stadtpläne für blinde und schwer sehbehinderte Menschen vorgestellt. Auf 11 Kunststofffolien im Format A3 sind die wichtigsten Straßenzüge und Gebäude im Bezirk abgebildet. "Ottakring will damit den sehbehinderten Bürgerinnen und Bürgern die Orientierung im Bezirk erleichtern. Ich bin überzeugt, dass wir damit eine Vorbildrolle einnehmen und andere Wiener Bezirke folgen werden", sagt Beziksvorsteherin Ernestine Graßberger. Die Entwicklungskosten für den tastbaren Bezirksplan in der Höhe von knapp 10.000 Euro wurden aus dem Bezirksbudget bestritten.

Die Technologie, mit der die Pläne hergestellt werden, wurden von Projektleiter Professor Erich Schmid erläutert. Ein Plan des Bezirks im Maßstab 1:5000 wurde in 11 Rechtecke im Format A3 aufgeteilt. "Ottakring ist flächenmäßig ein eher größerer Bezirk. Andere Bezirke würden mit weniger Planteilen auskommen, was die Entwicklungskosten auch entsprechend geringer halten würde", sagt Schmid. Die wichtigsten Straßenzüge und Gebäude in diesen "Kacheln" werden am Computer erfasst. Mittels einer computergesteuerten Fräse wird ein Negativ des Plans in eine Pressspanplatte gefräst. Über diese Vorlage wird eine wenige zehntel Millimeter starke durchsichtige Kunststofffolie tiefgezogen. Um den Plan auch für Sehende sichtbar zu machen, gibt es einen Farbdruck des jeweiligen Planteils, den man unter die Folie legen kann. Der tastbare Plan enthält Abkürzungen in Brailleschrift und eine Legende, die - ebenfalls in Brailleschrift verfasst - die Abkürzungen erläutert.

Die Abzüge des tastbaren Stadtplans sind durch diese Technologie verhältnismäßig kostengünstig herstellbar. Eine Kachel, bestehend aus der Kunststoffolie, dem Farbdruck und der Legende in Braille-Schrift ist zum Selbstkostenpreis von einem Euro erhältlich. Die Pläne von ganz Ottakring kosten also 11 Euro. "Ich bin froh, dass alle Parteien in Ottakring zugestimmt haben, den Löwenanteil des Projekts von knapp 10.000 Euro zu finanzieren. Die Entwicklung der Druckplatten ist das teuerste an dem tastbaren Stadtplan", sagt Bezirksvorsteherin Graßberger.

Erhältlich ist der tastbare Bezirksplan von Ottakring beim Bundes-Blindenerziehungsinstitut. Die Direktorin dieses Instituts, Professor Susanne Altenberger zeigt sich bei der heutigen Planpräsentation erfreut über die Pionierrolle Ottakrings. "Die Bezirksvorstehung hat damit Barrieren abgebaut. Für schwer Sehgeschädigten Personen bringt dieses Service eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität", sagt Altenburger.

Informationen: Blindendruckverlag und Bibliothek am Bundes-Blindenerziehungsinstitut Wittelsbachstraße 5, 1020 Wien Tel.: +43/1/728 08 66; Fax: +43/1/728 08 66-275 E-Mail: bdv@bbi.at Homepage: http://www.bbi.at/deutsch/verlag.htm

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