ARBÖ: Steuerreform hätte längst die überfällige Erhöhung des Kilometergeldes bringen müssen

Erhöhung Pendlerpauschale hätte doppelt so hoch ausfallen müssen, als vorgesehen

Wien (OTS) - Der ARBÖ drängt auf eine deutliche Entlastung der Pendler durch die Steuerreform: Konkret gehört die seit Juni 2000 fällige Erhöhung des Kilometergeldes von 36 Cent auf 45 Cent endlich nachgeholt und die Pendlerpauschale nicht um 15, sondern um 30 Prozent erhöht, bekräftigt die Kraftfahrerorganisation.

"Je nach Bundesland ist heute jeder zweite oder dritte Arbeitnehmer als Pendler anzusehen. Ihnen wird zwar eine immer höhere Flexibilität und längere Wege zur Arbeit abverlangt, statt sie steuerlich zu entlasten, ignoriert die Regierung die Interessen dieser Arbeitsnehmer und verteilt Steuergeschenke an Frächter und Bauern", kritisiert ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar.

Seit Jahresbeginn hat die Regierung für LKW die Erhöhung der Kfz-Steuer von 2001 wieder zurückgenommen und beschert der Branche damit eine Entlastung von 60 Millionen Euro pro Jahr. Die Rücknahme der Belastungen für PKW kommt für die Regierung dagegen nicht in Frage, kritisiert der ARBÖ. So wurde die motorbezogene Versicherungssteuer für PKW, die Jahr für Jahr zusammen mit der Versicherungsprämie zu zahlen ist, seit Juni 2000 massiv um 51 Prozent angehoben. Pro Jahr bedeutet dies eine Mehrbelastung der Autofahrer um 290 Millionen Euro. Fast schon in Vergessenheit geraten ist die Erhöhung der Autobahnvignette um 81 Prozent im Jahre 2001.

Zu Jahresbeginn 2004 wurde die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel erhöht, die vor allem Berufspendler belastet. Nach Berechnungen der AK gibt es allein in Wien 220.000 Pendler aus Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark, die allein wegen der höheren Mineralölsteuer Mehrkosten zwischen 63 und 90 Euro pro Jahr hinnehmen müssen. Besonders betroffen sind private Autofahrer, die diese Kosten - im Gegensatz zur Wirtschaft - nicht wieder von der Steuer abziehen können.

"Eine Entlastung der Pendler ist längst überfällig. Seit Juni 2000 wäre aufgrund der Kostenentwicklung eine Erhöhung des Kilometergeldes gerechtfertigt gewesen", unterstreicht der ARBÖ-Generalsekretär die permanente Forderung des ARBÖ und verweist auf die Entwicklung des Preisindexes für den privaten PKW-Verkehr, der sowohl im Juni 2000 als auch im Oktober 2002 einen Indexwert von 109,6 (Basis 1996=100) erreicht und schon damals ein höheres Kilometergeld gerechtfertigt hätte.

Zur Erinnerung: das amtliche Kilometergeld beträgt derzeit 36 Cent pro Kilometer. Damit werden pauschal alle Autokosten (Benzin, Steuer, Versicherung, usw.) abgegolten, die anfallen, wenn private PKW für beruflich notwendige Autofahrten verwendet werden. Seit 1997 ist es unverändert geblieben.

Die "Pendlerpauschale" ist eine steuerliche Begünstigung, die Arbeitnehmern zusteht, die zwischen Wohnort und Arbeitsort bestimmte Wegstrecken zurücklegen müssen. Sie muss von den Arbeitnehmern beantragt werden. Die "kleine" Pendlerpauschale gilt für Arbeitnehmer , deren Arbeitsplatz mehr als 20 Kilometer vom Wohnort entfernt ist, denen aber die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels möglich und zumutbar wäre. Die "große" Pendlerpauschale gilt für Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz mehr als 2 Kilometer von der Wohnung entfernt ist und denen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht möglich oder zumutbar ist. Geschätzt 80 Prozent der Pendler bekommen die "kleine" Pendlerpauschale. 2001 hat die Regierung lediglich die "große" Pendlerpauschale erhöht.

Sollte es zu keiner adäquaten Erhöhung des Kilometergeldes kommen, gibt es für Arbeitnehmer und Handelsvertreter nur eines: Belege sammeln und die wahren Ausgaben beim Finanzamt geltend machen. Der doppelte Nachteil: Unnötiger Aufwand für den Autofahrer und vermehrte Bürokratie bei den Finanzbehörden.

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: ++43-1-891 21 / 280
presse@arboe.at
Internet: http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0004