Es geht um weit mehr als um den Zivildienst

Der Abschied vom sorgenden Staat beginnt schon heute

Wien (Rotes Kreuz) - Die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht wackelt und damit der Zivildienst auslaufen soll. Ähnlich sieht es auch in Österreich aus. Bis zum Jahr 2010 wird es ein Ende geben, hatte der Vorsitzende der Bundesheer-Reformkommission Helmut Zilk die nahe Zukunft charakterisiert.
"Kann ein soziales System ohne die Dienste der Zivis in der gewohnten Qualität aufrechterhalten werden?" fragt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

"Leider wissen wir, dass dazu das notwendige Geld fehlt. Denn das Pensions-, Gesundheits- und Sozialsystem - also der kompletten "sozialen Sicherung" ist an seine finanziellen Grenzen gestoßen." so Kopetzky. Die Ursache: Die Bevölkerung schrumpft.
"Wenn immer weniger junge Menschen immer weniger Beiträge einzahlen, es aber gleichzeitig immer mehr ältere und hilfsbedürftige Menschen gibt; wenn diese Menschen noch dazu immer älter werden, weil die Lebenserwartung steigt - dann wird die soziale Sicherung, wie wir sie heute kennen, unfinanzierbar. Weit über das Rote Kreuz hinaus muss sich also vieles ändern, wenn Dinge so bleiben sollen, wie sie heute sind!" erörtert Kopetzky.

Aus der Gesellschaft, in der sich hauptsächlich der Staat um die soziale Sicherung kümmert, muss daher wieder eine "Zivilgesellschaft" werden.
"Klar ist: Es geht um weit mehr als um den Zivildienst. Wenn um das Jahr 2010 die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gehen, werden die Auswirkungen auf das Sozialsystem erstmals für alle schmerzhaft spürbar. Bis dahin sollte klar sein, wie die österreichische Zivilgesellschaft aussehen und funktionieren soll. Die Zeit läuft, und der Abschied vom sorgenden Staat findet schon heute statt. Deshalb beginnt das Rote Kreuz auch schon heute, über neue Modelle einer solidarischen Gesellschaft nachzudenken. Einfache Lösungsmodelle dazu gibt es nicht - aber auch keine Tabus: Jede Möglichkeit muss durchgedacht und überprüft werden!" so Kopetzky.

Rückfragen & Kontakt:

ÖRK-Pressestelle
Mag. Bernhard Jany
Mobil: 0664/264 76 02
mailto: jany@redcross.or.at
www.roteskreuz.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK0001