SVB: Sinnvolle Neuregelung bei Chefarztbewilligung

Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern stellt als erster SV-Träger ein richtungsweisendes Konzept zur neuen Chefarztbewilligung in der Sozialversicherung vor.

Wien (OTS) - Die gesetzliche Regelung der Heilmittelbewilligung macht für die österreichischen Krankenversicherungsträger eine Neugestaltung dieses Bereiches unerlässlich. Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern ist dabei bestrebt, einen für die Versicherten möglichst unkomplizierten Weg zu gehen. Zudem sollen bürokratische Hemmnisse auch für die Ärzteschaft vermieden werden.

Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern hat nunmehr ein Modell ausgearbeitet, welches diesen Anforderungen gerecht wird. Auch die Ärztekammer hat in ersten Gesprächen bereits großes Interesse bekundet.

Wie stellt sich die Neuregelung dar:

Die Neuregelung basiert auf der vom Gesundheitsministerium vorgenommen Einteilung der Medikamente in 3 Gruppen, allerdings nach folgenden Kriterien:

In der "green box" befinden sich bewilligungsfreie Medikamente. Hier ändert sich für den Versicherten und Arzt gegenüber heute gar nichts, stellt doch diese Gruppe die überwiegende Zahl der Pharmaprodukte dar. Diese Medikamente sind auf Kosten der Sozialversicherung frei verschreibbar.

In der "yellow box" befinden sich jene Medikamente, die zur Verschreibung auf Kassenkosten einen besonderen Indikationsvermerk ("ind.") des behandelnden Arztes benötigen. Diese Medikamente dürfen nur dann verschrieben werden, wenn eine besondere Krankheit vorliegt. Auch für diese Gruppe würde künftig die bisherige chefärztliche Vorbewilligung entfallen. Allerdings muss die Sozialversicherung das Recht einer nachträglichen Kontrolle mit entsprechenden Sanktionen haben. "Persönlich sehe ich dies ebenso als Pflicht, geht es doch um die sachbezogene Anwendung auch im Interesse der Patienten", erklärt SVB-Obmann Karl Donabauer.

Nur mehr eine ausgewählte Gruppe von Medikamenten befindet sich künftig in der "red box". Das sind ausnahmslos hoch wirksame und sehr teure Medikamente. "Hier muss im Sinne des Gesetzes eine modifizierte Chefarztpflicht aufrecht bleiben", stellt Donabauer fest und schildert die künftige Vorgangsweise.

"Alles, was in Folge einer lebensbedrohenden Situation verordnet werden muss, ist sofort abzugeben. Nur mehr ein kleiner Teil ist dann noch zu bewilligen. Die Bewilligung selbst kann mit allen zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln erfolgen, sodass dem Arzt keine unnötigen Hindernisse entstehen. Wichtig ist mir dabei, dass wir der gesetzlichen Vorgabe eines direkten Kontaktes zwischen Arzt und der Sozialversicherung entsprechen. Nur so können wir unseren Versicherten auch wirklich entgegen kommen", so Donabauer.

Derzeit laufen noch Gespräche seitens der Sozialversicherungsanstalt der Bauern mit der österreichischen Ärztekammer. Es geht um einen möglichst raschen Einführungstermin -Donabauer: "Ich könnte mir das 1. Quartal des Jahres 2004 vorstellen. Aus der Sicht der Sozialversicherungsanstalt der Bauern sind bereits alle nötigen Vorkehrungen eingeleitet, damit die Zuordnung der Produkte zu den entsprechenden Kategorien sachbezogen stattfinden kann."

"Mit diesem Modell steigen wir als erster Sozialversicherungsträger in die Lösungsphase dieser Frage ein und bieten unseren Versicherten einen leichteren Zugang zu den Medikamenten. Auch der Arzt ist zu einer verantwortungsbewussten Verschreibung verpflichtet. Wo ein Wille, da ein Weg. Dies hat uns im Leben sehr oft zu Lösungen gebracht, die einen für alle Seiten nutzbringenden Weg eröffnen. Auch in der Frage der Chefarztbewilligung müsste uns hier der Durchbruch gelingen", so der SVB-Obmann.

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