Fischer: "Will Menschen zusammenführen und Probleme im Konsens lösen"

Wien (SK) "Ich möchte weiterhin bemüht sein, Menschen zusammenzuführen, Probleme im Konsens zu lösen und für alle da sein, die ihr Vertrauen in einen Bundespräsidenten setzen", erklärte Heinz Fischer, SPÖ-Kandidat für die Bundespräsidentenwahl 2004 und Zweiter Nationalratspräsident, Freitag bei einer Präsentation im MAK in Wien. Dabei würden ihm seine langjährige politische Erfahrung, seine verfassungsrechtlichen Kenntnisse, seine "gewisse Harmoniesucht" sowie seine internationalen Kontakte sehr helfen, zeigte sich Fischer vor den rund 700 anwesenden Gästen überzeugt. ****

Fischer bedankte sich eingangs für die "liebevolle Vorstellung" seiner Person - "ich fühle mich wohl, wenn ich Optimismus, Zuneigung, Freundschaft und Wärme spüre" - und wies ausdrücklich darauf hin, dass das Finden eines Präsidentschaftswahl-Kandidaten seitens der SPÖ "völlig ohne Streit, Intrigen und Namedropping" über die Bühne gegangen sei. Dies sei eine Unterstützung in sehr hohem Maß schon im Vorfeld des Wahlkampfes gewesen.

Der Präsidentschaftskandidat betonte weiters, dass es in den nächsten Wochen "gar nicht leicht, sondern sogar sehr schwierig" werde, denn immerhin gehe es um die wichtige Funktion des Bundespräsidenten, und die Menschen sollten sich den Kandidaten oder die Kandidatin sehr genau ansehen. Trotz der schwierigen Zeit, die auf ihn zukommen werde, fühle sich er, Fischer, sehr gut vorbereitet. Schließlich könne er auf seine politische Erfahrung, seine verfassungsrechtlichen Kenntnisse und seine vielen internationalen Begegnungen - "auch wenn ich nicht immer von Fotografen begleitet wurde" - verweisen.

Fischer gab auch zu, dass ihn eine "gewisse Harmoniesucht" auszeichne. "Ich schäme mich aber nicht dafür, sondern meine, dass dies sehr wichtig sein kann, indem man nämlich auch den Standpunkt der anderen Seite anerkennt", so der Präsidentschaftskandidat, der in diesem Zusammenhang sinngemäß Karl Popper zitierte: "Ich kann Recht haben, du kannst irren, ich kann irren, du kannst Recht haben, aber wenn man sich gemeinsam bemüht, kann man der Wahrheit ein Stück näher kommen." Außerdem bezeichnete Fischer seine Erfahrungen mit Bruno Kreisky als "unschätzbar".

Der Bundespräsident, so Fischer, müsse von einer Mehrheit gewählt werden, dies schreibe die Verfassung vor. "Aber ich möchte nicht nur ein Bundespräsident für die Mehrheit sein, sondern möchte auch für Minderheiten da sein, ich möchte gesprächsbereit für Künstler, Intellektuelle und Wissenschafter sein, und dabei werden mir auch die Erfahrungen aus meine Tätigkeit als Wissenschaftsminister helfen." Fischer betonte, dass er sich sehr freue, dass zahlreiche Personen aus diesen Bereichen glauben, "es verantworten zu können, meine Wahl zu unterstützen" und nannte exemplarisch Robert Menasse, Christine Nöstlinger, Heide Schmidt und Herbert Krejci - "ich werde ihnen sicher keine Schande machen".

Der Präsidentschaftskandidat berichtete auch von "aufmunternden Zurufen" aus anderen Parteien, gab aber zugleich zu, dass er wisse, dass etliche ÖVP-Politiker, die ihn noch vor wenigen Monaten gelobt haben, das ab sofort nicht mehr tun werden. Zum Angriff von ÖVP-Klubchef Molterer, der Fischer als "Apparatschik" bezeichnet hatte, sagte Fischer: "Ich weiß nicht, was Molterer gegen Schüssel hat? Schüssel und ich, wir sind beide schon lange in der Politik. Der Unterschied ist der, dass ich mich habilitiert habe und neben der Politik ein zweites Standbein habe."

Bezugnehmend auf das Thema Außenpolitik hielt der Präsidentschaftskandidat fest, dass es notwendig sei, "geradlinig und berechenbar" zu sein. "Mit einer verfassungsrechtlichen Errungenschaft wie der Neutralität muss verantwortungsbewusst umgegangen werden, ohne dass man dabei ein Dogmatiker sein muss."

Fischer richtete schließlich seinen Dank an seine "politische Familie", die Sozialdemokratie, der er sich sehr verbunden fühle und die für die so wichtige "soziale Symmetrie" einstehe, sowie an seine MitarbeiterInnen und an seine Frau Margit:
"1968 war für mich ein spannendes Jahr, nicht nur weil es das Jahr der Studentenbewegungen und des 'Prager Frühling' war, sondern auch weil wir auf dem Standesamt geheiratet haben. Und wir werden weiterhin zusammenhalten und vorbereitet sein, auf was auch kommen wird".

Abschließend formulierte Fischer als Wunsch, dass das Jahr 2004 ein gutes werden möge, dass die Bundespräsidentenwahl nach einem "ordentlichen und sauberen Wahlkampf" ein gutes Ergebnis bringt und dass "ein großer Teil jener, die mir das Vertrauen geschenkt haben, dies nicht bereuen werden und ein Teil jener, die mir das Vertrauen nicht gegeben haben, sagen werden: es wäre vielleicht eine gute Entscheidung gewesen, Fischer zu wählen". (Schluss) cs

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0009