"Treffpunkt Kultur" am 12. Jänner im ORF

Barbarella in Wien, Dimitré Dinev und Markus Schirmer im Studio

Wien (OTS) - Barbara Rett präsentiert live in "Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 12. Jänner 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 unter anderem folgende Beiträge:

Lust-Prinzip: Barbarella - Nina Proll landet als sexy Sternenkind auf der Bühne des Raimundtheaters

Sie betört mit einem Augenaufschlag, der gleichermaßen Unschuld wie Wollust suggeriert. Als sich Jane Fonda 1968 durch ferne Plüschwelten räkelte, sahen sich heimische Rezensenten dazu verpflichtet, eine deutliche Warnung auszusprechen: "Barbarella" löse "beim Publikum ein Gefühl der Frustration" aus. Rund 35 Jahre später ist der interstellare Trash-Hit längst Kult - und reif für die Musicalbühne. Nina Proll verkörpert die libidinöse All-Amazone auf der Bühne des Wiener Raimundtheaters. Producer Rudi Klausnitzer beauftragte nicht nur "Eurythmics"-Hälfte Dave Stewart mit der Musik, sondern steuerte höchst persönlich die Bühnenfassung bei. Premiere ist am 11. März, Regie führt Kim Duddy. Hüllte einst Paco Rabanne die junge Jane Fonda in seine sündhaften Kreationen, so wurde für Wien Patricia Field engagiert - die stylte schon die "Sex and the City"-Protagonistinnen zu Glamour-Ikonen auf. "Treffpunkt Kultur" gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Produktion und lässt erstmals Stewarts neue Kompositionen erklingen.

Reh-Auge: Audrey Hepburn - Biografische Erinnerungen ihres Sohnes Sean Ferrer

Audrey Hepburns Leinwandwirkung bezauberte Generationen und sorgte für viele unvergessene Filmstunden: Ihr scheuer Rehblick, ihre Grazie und ein Lächeln, das Eis zum Schmelzen bringt, bestachen u. a. in "Ein Herz und eine Krone", "My Fair Lady" und auch in "Frühstück bei Tiffany". Sie war einsam, der Welt hilflos ausgeliefert, bekam ihre Unsicherheiten nie in den Griff. So nüchtern lautet der Befund ihres Biografen, der den Star tatsächlich aus nächster Nähe kannte: ihr Sohn Sean Hepburn Ferrer. "Melancholie und Grazie. Erinnerungen eines Sohnes" heißt der Prachtband, der mehr als 300, großteils unveröffentlichte Fotos sowie eigenhändige Zeichnungen und persönliche Dokumente der Hepburn enthält. Der Erscheinungstermin im März ist nicht zufällig gewählt - im Frühjahr 2004 wäre die 1993 verstorbene UNICEF-Botschafterin 75 Jahre alt geworden. "Treffpunkt Kultur" erinnert an eine Magierin des Kinos.

Studiogast Dimitré Dinev - Mit "Engelszungen" auf Platz zwei der ORF-Bestenliste

Er ist ein osteuropäischer Schriftsteller der jüngeren Generation, der nicht in der derzeit so modischen "Ostalgie" schwelgt: Das Romandebüt des Dimitré Dinev ist keine Reminiszenz an die "Generation Lada", sondern ein Epos voll erzählerischer Kraft. "Engelszungen", da sind sich die Kritiker einig, ist das Werk eines Wortjongleurs und Sprachkünstlers. Zwei Jahre lang hat Dinev an seiner Saga geschrieben - mit dem Kugelschreiber, nächtens - und auf Deutsch. Dabei kam er erst vor zwölf Jahren als bulgarischer Flüchtling unter Stacheldrähten "nach Österreich gekrochen". Jetzt belegt er mit seinem Debütroman Platz zwei der ORF-Bestenliste. "Engelszungen" ist die Geschichte zweier Familien und ergibt das Porträt eines bulgarischen Jahrhunderts. Über drei Generationen werden parallele Biografien erzählt. Dimitré Dinev ist live zu Gast in "Treffpunkt Kultur".

Studio-Act Markus Schirmer - Der Starpianist als orientalisch-okzidentaler Grenzgänger

Wenn der Grazer Starpianist Markus Schirmer in die Tasten greift, um Klassisches zu intonieren, sind die Kritiker stets einfallsreich: So humorvoll und sensibel sei er, dass ihn "jedes Klavier vom Fleck weg heiraten" würde. Selbst Lord Yehudi Menuhin ließ sich einst zu höchstem Lob hinreißen. Wenn aber Schirmer zu seinen musikalischen Grenzgängen aufbricht, ringen Kritiker um die richtigen Worte. Mit dem kurdischen Ud-Spieler Risgar Koshnaw spielte er eine CD ein, die an Ethnoklänge gemahnt, soulig klingt und funkig daherkommt - und sich doch jeder Kategorie entzieht. "Scurdia" nennen die beiden ihr musikalisches Projekt, das sich in den Konzertsälen regelmäßig als virtuoser Wettstreit zwischen Orient und Okzident gestaltet. Am 16. Jänner gastieren Schirmer und sein Ensemble mit ihren "World Vibes" im Wiener Musikverein. Schon zuvor geben sie - in etwas verkleinerter Besetzung - live in "Treffpunkt Kultur" eine Probe ihres Könnens.

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