Journalismus auf unterstem Niveau

Leitartikel im Kurier vom 09.01.2004 über Aktivgehälter im öffentlichen Dienst ist bewusste Verdrehung der Tatsachen

Wien (OTS) - Im Freitagkurier befindet sich ein skandalöser Leitartikel, welcher wiederum vermeintliche Privilegien im Staatsdienst suggeriert.
Ich verwahre mich für die Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst mit aller Deutlichkeit gegen diesen Schmutzkübeljournalismus! Hier wird eine Statistik bewusst verdreht und zur Polemik gegen eine Berufsgruppe genützt, so Hannes Taborsky, Vorsitzender der Bundessektion Wirtschaftsverwaltung/GÖD.

Aufgrund der Tatsache, dass Frauen im Staatsdienst bis 65 arbeiten müssen und für gleiche Arbeit auch gleichen Lohn bekommen, wird im genannten Artikel das Privileg eines höheren Aktiveinkommens im öffentlichen Dienst konstruiert. Erst in Kleingedruckten werden diese Realitäten richtiggestellt. Das ist Journalismus auf dem untersten Niveau. Statt die Studie der Statistik Austria zum Anlass zu nehmen, die berechtigte Frage zu stellen, warum in der Privatwirtschaft noch immer Frauen bei gleicher Leistung weniger verdienen als Männer, wird daraus im Artikel ein vermeintliches Privileg des Staatsdienstes.

Erst gestern hat BM Gorbach die Ergebnisse der letzten Kontrollaktionen auf Österreichs Straßen präsentiert. Jene die diese durchgeführt haben, waren öffentlich Bedienstete. Männer und Frauen, welche trotz der Witterung der letzten Tage, den Auftrag des Staatsbürgers umgesetzt haben, Schrott- LKW`s aus dem Verkehr zu ziehen und damit die Sicherheit auf Österreichs Straßen zu gewährleisten. Dafür müssen sie, ob Mann oder Frau, bei gleicher Entlohnung gleich lang arbeiten- dies ist gerecht und im Staatsdienst seit langem Realität.

Daraus ein Privileg zu machen ist ein Skandal schlechthin und diskreditiert sich von selbst. Ich lade den Herrn Redakteur ein sich von der Tätigkeit und den Gehältern der öffentlich Bediensteten vor Ort ein Bild zu machen und nicht in das Geheul von selbsternannten Pensionsexperten wie Herrn Marin einzustimmen, welche den öffentlichen Dienst nur aus der Fernperspektive eines wohldotierten, warmen Professorensessels kennen.

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Hannes Taborsky
Vorsitzender Bundessektion Wirtschaftsverwaltung/GÖD
Mobil: 0676/82102611

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