JEDER 3. LKW-UNFALL: UNFALLGEGNER SCHWERVERLETZT ODER TOD!

KfV begrüßt Lkw-Kontrollen - jeder 3.Unfall bringt Schwerverletzten oder Getöteten. Unfallursachen meist: Fehleinschätzung und Müdigkeit

Wien (OTS) - So manchem Autofahrer sind seine großen "Brüder" -schwere Lkw - nicht ganz geheuer. Zwar sind Berufskraftfahrer meist gut ausgebildete Lenker, häufig stehen sie aber unter enormem Druck, Frachten zeitgerecht zu liefern. Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten werden nicht selten umgangen und müde Lenker so zu "rollenden Bomben". Bei zahlreichen Unfällen auf Autobahnen sind Lkw beteiligt. Passiert ein Crash sind oft Schwerverletzte und Tote zu beklagen. Bis 31. Oktober 2003 gab es allein auf Autobahnen 389 Unfälle mit Lkw > 3,5 Tonnen, bei denen 579 Menschen verletzt und 30 getötet wurden. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung der Unfälle um knapp 17 Prozent.

Jeder dritte Unfall bringt Schwerverletzten oder Getöteten

Seit 7. Jänner 2004 werden neben der Lkw-Maut in Österreich auch verschärfte Lkw-Kontrollen durchgeführt. Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), hält jede zusätzliche Kontrolle für einen notwendigen Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit: "Bei jedem dritten Unfall mit Beteiligung schwerer Lkw auf Autobahnen wird ein Unfallgegner schwer verletzt oder getötet. Laut einer KfV-Studie sind neben Fehleinschätzung und Übermüdung, vor allem höhere Geschwindigkeiten, zu geringer Sicherheitsabstand und riskantes Überholen Risikofaktoren. Verschärfte Kontrollen sind ein probates Mittel, um Unfälle zu vermeiden und damit Menschenleben zu retten."

23 Prozent aller Unfälle passieren beim Fahrstreifenwechsel

Immerhin sind bei 30 Prozent der Lkw-Unfälle müde, unaufmerksame oder abgelenkte Fahrer die Unfallursache. Bei jüngeren Lenkern (unter 34 Jahren) spielt Müdigkeit eine größere Rolle, während bei Lenkern zwischen 35 und 44 Jahren Fehleinschätzung als Unfallursache dominiert. Neben der Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten müssen laut KfV aber auch andere Probleme an der Wurzel gepackt werden. "Neben strenger Überwachung kann gezielte Öffentlichkeitsarbeit und die Zertifizierung von Unternehmen die Unfallhäufigkeit minimieren. Außerdem muss die Verbesserung der Lenkerausbildungssysteme vorangetrieben werden", fordert Thann. Aus der KfV-Untersuchung ging zudem hervor, dass 23 Prozent aller Unfälle auf Autobahnen beim Fahrstreifenwechsel passieren. Eine Ausweitung der Überholverbote auf Lkw ab 3,5 Tonnen ist anzuraten. Allerdings: Überholverbote erfüllen nur dann ihren Zweck - nämlich die Reduktion von Unfällen - wenn sich die Verkehrsteilnehmer auch daran halten.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161
http://www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KVS0001