ARBÖ: Autofahrer bekamen höhere Mineralölsteuer kaum zu spüren Dr. Hellar: Dieselpreise müssten sogar noch fallen

Wien (OTS) - Die heimischen Autofahrer bekamen die Erhöhung der Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin bisher nur zur Hälfte zu spüren, ergibt eine aktuelle ARBÖ-Erhebung. Die Mineralölfirmen haben zwar am 2. Jänner zunächst versucht, die Erhöhung um 2 Cent auf Diesel und 1 Cent auf Benzin zur Gänze auf die Autofahrer überzuwälzen, konnten aber praktisch nur eine Erhöhung um 1 Cent bei Diesel und 0,5 Cent bei Benzin durchsetzten. ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar: "Die Autofahrer haben nicht mitgespielt. Durch preisbewusstes Tanken haben sie dafür gesorgt, dass Preiserhöhungen rasch wieder zurückgenommen werden mussten."

Der ARBÖ drängt auf weitere Preissenkungen durch die Tankstellen. Dr. Rudolf Hellar: "Solange die Mineralölwirtschaft das Rohöl auf Dollarbasis einkauft und die Treibstoffe auf Eurobasis verkauft, fällt ihr durch den starken Euro ein Körberlgeld in den Schoß, den sie an ihre autofahrenden Kunden weiterzugeben hat." Allein aufgrund dieses währungsbedingten Preisvorteils wären Verbilligungen von 2,9 Cent bei Diesel und 2,4 Cent bei Eurosuper gerechtfertigt. "Die Mineralölwirtschaft hätte aus unserer Sicht die höhere Mineralölsteuer jedenfalls nicht weiter zu verrechnen", fügt der ARBÖ-Generalsektretär hinzu

Vor allem bei Diesel sind Verbilligungen aufgrund der internationalen Marktentwicklung fällig. So lag die Notierung auf der wichtigen Produktenbörse Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen für eine Tonne Diesel zuletzt (8. Jänner) bei 298 Dollar und damit gleich hoch wie vor Weihnachten. (18. Dezember), wobei es dazwischen mehr Senkungen als Erhöhungen gab. Auf Eurobasis hat sich der Produktenpreis für Diesel seitdem von 229 auf 220,5 Euro verbilligt.

Eine aktuelle Umfrage des ARBÖ bei den Mineralölfirmen bestätigt:
Alle Markentankstellen, aber auch Diskonter wie Jet, bieten seit 1. Jänner auf allen Zapfsäulen schwefelfreie Treibstoffe an. "Dazu ist der Mineralölwirtschaft zu gratulieren", stellte Dr. Hellar fest. Aus gutem Grund hat die OMV den Umweltpreis des ARBÖ im vergangenen November erhalten.

ARBÖ gibt Antwort auf die sechs häufigsten Fragen, die Autofahrer an das ARBÖ-Expertenteam stellten:

* Gibt's nur bei der OMV schwefelfrei?
Nein, auch alle anderen Tankstellen wie BP, Esso, Avanti, Shell, Agip oder Jet sind schwefelfrei, um nur einige zu nennen.

* Woran erkenne ich schwefelfreie Treibstoffe?
Gar nicht, es gibt keine Kennzeichnung dafür. Eine solche ist auch nicht nötig, weil alle Tankstellen umstellen.

* Wer garantiert mir, dass Benzin und Diesel wirklich schwefelfrei sind?
Niemand. Aber alle Tankstellen, die schwefelhältige Treibstoffe anbieten, sind nicht mehr konkurrenzfähig. Sie müssen ja für schwefelhältige Ware schon ab dem Lager dem Finanzminister noch mehr Mineralölsteuer zahlen als für schwefelfreie (noch um 1,5 Cent höher pro Liter) und müssten versuchen, dies bei den Kunden zurückzuholen.

* Ist wirklich kein Schwefel mehr drin?
Doch, aber nur mehr eine geringe Menge, 10 ppm (part per million). Bisher waren bis zu 350 ppm pro Liter erlaubt. Eine Zwischenstufe wären schwefelarme Treibstoffe gewesen, mit bis zu 50 ppm. Diese Zwischenstufe wurde in Österreich im Interesse des Umweltschutzes übersprungen.

* Was genau bringt schwefelfreier Diesel?
Es gelangen weniger Rußpartikel in die Luft, die unter Verdacht stehen, krebserregend zu wirken. Die Partikelfilter können daher viel effizienter arbeiten.

* Ist schwefelfreier Sprit für alle Autos geeignet?
Ja, kann für alle Fahrzeuge problemlos verwendet werden. Anders als bei bleifreiem Kraftstoff sind keine Additive nötig.

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