Neues Volksblatt" Kommentar: "Reform-Ehre" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 9. Jänner 2004

Linz (OTS) - Auf dem Niveau des "Sagers" von Alfred Gusenbauer, wonach die Regierung den Begriff Reform "entehrt" habe, ließe sich schon polemisieren. Man könnte etwa über die Ehrenhaftigkeit einer Politik, die über Jahre Regieren mit Administrieren verwechselt hat, schwadronieren. Und auch die SPÖ-Neujahrskonferenz hat bisher mehr an heißer Luft denn an wirklichen Konzepten gezeigt.
Trotzdem - und darum soll es hier eigentlich gehen - sitzt Gusenbauer allen Unkenrufen zum Trotz fest in seinem Chefsattel. Als kleinster gemeinsamer Nenner im Flügelkampf zwischen Caspar Einem und Karl Schlögl auf den Schild gehoben, steht er heute ohne ernsthaften Widersacher da. Der mächtige Wiener SPÖ-Chef Häupl hält sich lieber Vorsitzende als selbst an die mit dem Job verbundenen Kamalitäten anzustreifen. In Salzburg ist Gabi Burgstaller bei einem LT-Wahlerfolg an ihr Bundesland gefesselt - oder, bei einem Misserfolg nach hochgeschraubten Erwartungen, politisch angeschlagen. Bessere Chancen, wirklich für parteiinternen Reformwind zu sorgen und ihn nicht nur immer wieder anzudenken, wird Gusenbauer nicht mehr finden.

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