Rezept-Verwirrung: OÖGKK hält Betroffene bis zur Vertrags-Reparatur jedenfalls schadlos

Linz (OTS) - Der Jahreswechsel hat nicht nur eine Erhöhung der Rezeptgebühr um zehn Cent auf 4,35 Euro gebracht, sondern durch eine Änderung im Vertrag mit den Apothekern auch zu einiger Verwirrung geführt. Nach Auslegung mancher Apotheker könnten billige Medikamente mit Preisen unter der Rezeptgebühr nun teurer werden. Das ist allerdings nicht im Sinne des Vertrages und muss allenfalls repariert werden.

In Medienberichten war über eine unerwünschte Nebenwirkung einer vertraglichen Änderung zwischen Hauptverband und Apothekern berichtet worden. Für Medikamente, deren Preis unter der Rezeptgebühr von 4,35 Euro liegt, haben manche Apotheker den Privatverkaufspreis von bis zu 5,60 Euro in Rechnung gestellt. Den Patienten kam also ein billiges Medikament teuer zu stehen.

Das kann natürlich nicht im Sinne des Vertragswerkes liegen. Die OÖ Gebietskrankenkasse sieht darin eine recht eigenwillige Interpretation des Vertragstextes durch manche Apotheker. Bisher sind allerdings nur wenige derartige Fälle in anderen Bundesländern bekannt geworden. OÖGKK-Obmann Helmut Oberchristl: "Sollte es notwendig werden, muss der Vertrag adaptiert werden. Es geht nicht an, dass bei den Patienten abkassiert wird." Die OÖGKK ersucht betroffene Patienten, sich zu melden. Oberchristl: "Wir werden die Betroffenen selbstverständlich schadlos halten."

Nicht berührt von diesem Thema sind Patientinnen und Patienten, die ohnehin von der Rezeptgebühr befreit sind. Das sind Personen mit besonderer sozialer Schutzbedürftigkeit - etwa Bezieher einer Ausgleichszulage. Per Antrag kann man sich von der Rezeptgebühr befreien lassen, wenn die monatlichen Einkünfte 653,19 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 1.015 Euro für Ehepaare nicht übersteigen. Pro unversorgtem Kind erhöhen sich diese Sätze um jeweils 69,52 Euro. Personen, die infolge von Krankheiten oder Gebrechen überdurchschnittlich hohe Ausgaben für Medikamente haben, können sich per Antrag von der Rezeptgebühr befreien lassen, wenn die monatlichen Einkünfte unter 751,17 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 1.167,25 Euro (Ehepaare) liegen. Auch diese Sätze erhöhen sich pro unversorgtem Kind um 69,52 Euro.

Mit dem Themenkomplex Rezeptgebühr in unmittelbarem Zusammenhang steht eine Gesetzesinitiative, die die Verschreibung von preisgünstigen Nachahmer-Präparaten - sogenannten Generika -ankurbeln soll. Für diese Medikamente soll künftig nur eine verminderte Rezeptgebühr eingehoben werden. Eine entsprechende Richtlinie des Hauptverbandes, die vom Gesundheitsministerium genehmigt werden muss, fehlt allerdings noch.

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