Unternehmensberater fordern runden Tisch aller Beratungsberufe

FV UBIT kritisiert Entscheidung des Justizausschusses über Aussetzen der externen Rotation für Wirtschaftsprüfer

Wien (PWK 007) - "Als wenig ermutigendes Zeichen in die falsche Richtung" bewertet Friedrich Bock, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberater und Informationstechnologie (kurz UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich, einen Beschluss des Justizausschusses und fordert einen runden Tisch aller Beratungsberufe. Durch Beschluss wird nämlich das Inkrafttreten der verpflichtenden externen Rotation von Wirtschaftsprüfern um zwei Jahre auf 2006 hinausgeschoben. Damit werde aber bestimmten Interessensgruppen nachgegeben und der Eindruck erweckt, dass man sich der notwendigen Diskussion über den Themenkreis Corporate Governance und die Vermeidung von Interessenkonflikten zwischen Beratung und Kontrolle in Österreich nicht stellen wolle. Dem Rotationsprinzip entsprechend sollen Kunden die prüfenden Treuhänder zumindest alle sechs Jahre wechseln.

Erfreulicherweise sei zwar die Anzahl kritischer Fälle, wie sie etwa zuletzt am Beispiel Parmalat mit einem Schaden in Milliardenhöhe auftraten, in Österreich außerordentlich gering und das Verhalten der Beraterbranchen (Unternehmensberater, Wirtschaftstreuhänder, Rechtsanwälte, Finanzdienstleister usw.) im Allgemeinen vorbildlich. Umso unverständlicher sei der Beschluss des Justizausschusses, der zumindest ein schiefes Licht auf die betroffenen Branchen werfe, ergänzt Bock.

"Als Unternehmensberater, die sich strikten Standesregeln verpflichtet fühlen, haben wir höchstes Interesse, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Kunden in unsere Mitglieder und in die verwandten beratenden Berufe erhalten bleibt", stellt Gerd Prechtl, Berufsgruppenobmann der Unternehmensberater im Fachverband UBIT in der WKÖ, fest. "Wir sind auch der Meinung, dass freiwillige Regeln für korrektes Verhalten allemal besser als gesetzliche Vorschriften sind. Wir laden deshalb die Standesvertretungen der beratenden Berufe ein, mit uns zusammen im Rahmen der Plattform ARGE proEthik Regeln in Ergänzung zur österreichischen Corporate Governance und zu bestehenden Standesregeln zu definieren und allen Mitgliedern zu empfehlen." Das Warten auf den Gesetzgeber oder Aktionitis verschiedener Lobbies bringe nichts und trage nicht zur Stärkung des Vertrauens in den Standort Österreich bei.

Im WKÖ-Fachverband Unternehmensberater und Informationstechnologie, der gesetzlich legitimierten Interessenvertretung der heimischen Beratungsbranche, existieren seit Jahren Standesregeln, Akkreditierungen und Zertifizierungen für Unternehmensberater, IT-Berater, Wirtschaftstrainer und gewerbliche Buchhalter - "Das kann und soll Vorbildwirkung haben", so Bock und Prechtl abschließend. (JR)

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