PARLAMENTSKORRESPONDENZ/06/08.01.2004/Nr. 3

"JULIUS RAAB: GESTERN - HEUTE - MORGEN" - Nationalratspräsident Khol eröffnet Ausstellung im Parlament

Wien (OTS) - Anlässlich des 40. Todestages von Julius Raab findet derzeit in der Säulenhalle des Parlaments eine Ausstellung statt, die sich mit Leben und Wirken des ehemaligen Bundeskanzlers auseinandersetzt. Unter dem Titel "Julius Raab: gestern - heute -morgen" erinnert die Schau an die Stationen im Leben des Nachkriegspolitikers und unterstreicht darüber hinaus die Bedeutung Raabs als "Baumeister" der Zweiten Republik.

Nationalratspräsident Andreas Khol, der gemeinsam mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl zu der Ausstellungseröffnung eingeladen hatte, würdigte in seinen Begrüßungsworten gerade diese Rolle als "Baumeister" und meinte, Julius Raab habe jene drei Säulen errichtet, auf denen Österreich heute noch sicher und fest steht: die Sozialpartnerschaft im Verein mit Johann Böhm, die soziale Marktwirtschaft auf Basis des Raab-Kamitz-Kurses und der gemeinsam mit Leopold Figl, Adolf Schärf und Bruno Kreisky verhandelte Staatsvertrag von 1955. Wir alle danken Julius Raab für das, was er für unsere Republik getan hat, betonte Khol.

In seiner Festansprache berichtete der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Karl Korinek von zahlreichen persönlichen Erinnerungen an Julius Raab, wobei er jene "Kleinbürgerlichkeit" in den Vordergrund stellte, die Raab auch selbst nie geleugnet hatte. Diese Verwurzelung sei für Raab die Basis für absolute Redlichkeit, eine in sich ruhende, unkomplizierte Persönlichkeit und Achtung vor den Mitmenschen gewesen. Raab habe jede Doppelbödigkeit gefehlt, gerade seine Einfachheit habe Vertrauen ausgestrahlt, sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik. Die Persönlichkeitsstruktur Raabs sei es gewesen, der Österreich den Wiederaufbau und die staatliche Souveränität zu verdanken habe. Die politischen Qualitäten Raabs - große Verhandlungsstärke, rasche Auffassungsgabe, seriöse Vorbereitung, geradezu schachspielerhafte Strategie - haben entscheidend zum Abschluss des Staatsvertrages beigetragen, unterstrich Korinek.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bemerkte, auch das heutige Österreich sei Raab zu Dankbarkeit verpflichtet. Der Grundsatz "Miteinander statt Gegeneinander", von dem die Politik Raabs getragen war, sei das Erfolgsgeheimnis der Zweiten Republik gewesen und gelte heute wie damals. Als Mitbegründer der Sozialpartnerschaft habe Raab gezeigt, dass es zum Miteinander keine Alternative gibt. Zukunftsglaube, Hoffnung, Mut, Optimismus, seriöse Arbeit, aber auch die Öffnung nach außen sind nach den Worten Leitls das Vermächtnis Raabs an die nachfolgenden Generationen.

Die Eröffnung der Ausstellung fand im Beisein von zahlreichen Gästen aus dem Kreis der Politik statt. Andreas Khol und Christoph Leitl konnten unter anderem die Weggefährten Raabs Alois Mock und Leopold Helbich, den Zweiten Nationalratspräsidenten Heinz Fischer, die Bundesminister Martin Bartenstein und Günther Platter, Staatssekretär Reinhart Waneck sowie die Klubobmänner Wilhelm Molterer (V) und Josef Cap (S) begrüßen. (Schluss)

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