Tumpel an Wirtschaftsminister: Nicht Fakten schönreden, Arbeitslosigkeit bekämpfen!

Lage am Arbeitsmarkt wird schlimmer: 281.000 Menschen waren im Jahresschnitt 2003 auf Arbeitsuche, um fast 16.000 mehr als 2002

Wien (AK) - "Ein Höchststand von mehr als 331.000 Arbeitsuchenden im Dezember ist der bedauerliche Beweis für das Versagen der Regierung in der Wirtschafts-Beschäftigungs und Bildungspolitik", sagt AK Präsident Herbert Tumpel, "wie der Wirtschaftsminister bei mehr als 331.000 Arbeitsuchenden von einer ,vernünftigen Arbeitsmarktpolitik’ reden kann, ist mir rätselhaft - von irgendwelchen internationalen Vergleichen hat kein einziger Arbeitsloser etwas." Tumpel wirft der Regierung im Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit Ideen- und Tatenlosigkeit vor. "Die Regierung schwächt mit ihrer Belastungspolitik die Kaufkraft der Arbeitnehmer, macht viel zu wenig für die Ausbildung der Jungen und nimmt ihnen damit Chancen für die Zukunft", sagt Tumpel. Faktum ist:
die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen so viel Lohnsteuer wie noch nie. Die zusätzlichen Belastungen, wie etwa die schon wieder erhöhte Energiesteuer, kosten die Arbeitnehmer noch einmal 1,8 Milliarden Euro pro Jahr - trotzdem hat die Regierung eine wirkliche Steuerentlastung für die Arbeitnehmer neuerlich verschoben. Faktum ist: Die Arbeitslosigkeit steigt gerade bei den Jungen besonders dramatisch. Trotzdem fehlen nach wie vor tausende Lehrstellen und zumindest 4.000 zusätzliche Plätze an den berufsbildenden Schulen. Tumpel: "Statt europaweite Vergleichsstatistiken zu wälzen und sich an einen unsicheren Konkjunkturaufschwung zu klammern, soll die Regierung endlich wirklich was für mehr Beschäftigung in Österreich tun - sie hat es in der Hand." ***

Arbeit schaffen muss Vorrang haben
2003 war das Jahr mit den bisher größten Problemen auf dem Arbeitsmarkt - 281.559 Arbeitssuchende im Jahresdurchschnitt sind noch einmal 15.615 Arbeitsuchende mehr als im ohnehin schon sehr schlechten Jahr 2002. Die Zahl der Zugänge in die Arbeitslosigkeit ist mit 847.500 Fällen um mehr als 30.000 Fälle gestiegen. "Arbeitslosigkeit wird in Österreich für immer mehr Menschen zur traurigen Realität", sagt Tumpel. Der AK Präsident verlangt daher mindestens zwei Milliarden Euro Steuerentlastung für die Arbeitnehmer schon 2004. Diese Steuerentlastung ist überfällig, wegen der jahrelangen, einseitigen Belastungen für die Arbeitnehmer "fair und gerecht" und schafft zusammen mit mehr Investitionen in Straße, Schiene und Telekommunikation 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Zusätzliche verlangt die AK mittelfristig 250 Millionen Euro für eine aktive Arbeitsmarktpolitk, damit Arbeitsuchende wieder "mehr und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben".

100-Millionen-Euro-Zukunftspaket für die Ausbildung der Jungen Bei den Jugendlichen steigt die Arbeitslosigkeit besonders dramatisch - zuletzt um mehr als acht Prozent. "Regierung und Wirtschaft müssen mehr für die Ausbildung der Jungen tun", verlangt Tumpel, "Bildung ist noch immer das wichtigste Fundament für gute Chancen im Beruf." Der AK Präsident verlangt daher ein 100-Millionen-Euro-Zukunftspaket für die Ausbildung der Jungen: Endlich mehr Lehrstellen in Zukunftsberufen, 7.000 sichere Plätze im Auffangnetz zur Jugendausbildung, die Förderung von Ausbildungsverbünden und 4.000 zusätzliche Plätze an den berufsbildenden Schulen.

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