Neues Jugendprogramm als Beruhigungspille für die betroffenen Jugendlichen und die Öffentlichkeit

Linz (OTS) - "Wirtschaftsminister Bartenstein glaubt offenbar,
sein Know How aus der Pharmaindustrie auch in der Arbeitsmarktpolitik anwenden zu können. Denn das von ihm angekündigte Programm - Jobs 4 You(th) ´04 - ist nur eine "Beruhigungspille" für die betroffenen Jugendlichen und die Öffentlichkeit. Im Kampf gegen die weiter steigende Jugendarbeitslosigkeit hilft es hingegen wenig", beurteilt AK-Präsident Kalliauer das Jugendbeschäftigungsprogramm des Ministers.
Schon die Präsentation des Programms beim Jugendgipfel Ende November war eine Selbstbeweihräucherung des Wirtschaftsministers ohne reale Grundlage. Denn bevor die Regierung zusätzliche 27 Millionen Euro für das Sonderprogramm genehmigt hat, hat sie das Förderbudget des AMS um 55 Millionen Euro gekürzt.
Minister Bartenstein hat angekündigt, dass mit dem Programm Lehrabbrecher die Chance erhalten sollen, den Lehrabschluss nachzuholen, denn gut ausgebildete Facharbeiter seien ein wesentlicher Standortfaktor für Österreich. Bei näherer Betrachtung der Vorgaben Bartensteins erweist sich das aber als völlig illusionär: 6000 Jugendliche müssen in das Programm aufgenommen werden, für die insgesamt nur 40 Millionen Euro an Bundes-, Landes und AMS-Mitteln zur Verfügung stehen. Auf jeden Auszubildenden entfallen so nur 6600 Euro. Die Ausbildung eines Jugendlichen bis zum Lehrabschluss kostet aber je nach Vorkenntnissen etwa das Zwei- bis Dreifache dieses Betrages. Auch soll das Programm fast zur Gänze im Jahr 2004 abgewickelt werden, was für eine fundierte Ausbildung viel zu kurz ist.
"Der Regierung geht es offensichtlich weniger um eine echte Unterstützung für die arbeitslosen Jugendlichen als vielmehr um kurzfristige Effekte in der Arbeitslosenstatistik. Durch öffentlichkeitswirksame Alibimaßnahmen will sie ihre tatsächliche Untätigkeit vertuschen", kritisiert der AK-Präsident.
Die Arbeiterkammer OÖ fordert daher Minister Bartenstein auf, die knappen Gelder arbeitsmarktpolitisch wirkungsvoll und nachhaltig einzusetzen. Die hohe Zahl Jugendlicher, die keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung abgeschlossen haben, kann nur durch gezielte intensivere, längere Qualifizierungsmaßnahmen reduziert werden.
"Ein Jugendbeschäftigungsprogramm mit klaren Zielvorgaben, das jungen Arbeitslosen tatsächlich das Nachholen eines Berufsabschlusses ermöglicht, werden wir nach Kräften unterstützen. Alibimaßnahmen, die den betroffenen Jugendlichen nicht wirklich weiterhelfen, tragen wir nicht mit", fasst Präsident Kalliauer die Position der Arbeiterkammer zusammen.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2192
walter.sturm@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001