Neues Volksblatt" Kommentar: "Wichtig ist das Ziel" (Von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 31. Dezember 2003

Linz (OTS) - Ein bewegtes Jahr liegt hinter uns. Es wird Zeit,
diese jüngste Vergangenheit aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Manches an Aufregung relativiert sich und sollte uns helfen, auch die nächste Zukunft nicht allzu schwarz zu sehen. Der Wirbel um die Vöest-Privatisierung ist blitzartig verschwunden, nachdem er seinen Wahl-Zweck erfüllt hat. An die täglichen Terror-Warnungen haben wir uns fast gewöhnt, weil Gott sei Dank auch die Gegenmaßnahmen immer besser funktionieren. Selbst der Irak-Krieg wäre schon abgehakt, hätte er nicht die erwarteten blutigen Nachwehen. Schlimmes soll nicht verharmlost werden, aber der Mensch hat gelernt, mit der Gefahr und den Bedrohungen umzugehen. Sich das am Anfang eines Jahres bewusst zu machen, sollte uns mit mehr Zuversicht in die nächsten Monate blicken lassen.
2004 wird kein leichtes Jahr, erklären uns in diesen Tagen Politiker und Meinungsforscher, Wirtschaftskapitäne und Gewerkschafter, gescheite Leute ebenso wie der Mann von der Straße. Die Krise der EU, die Erweiterung um zehn Länder, die ungelösten blutigen Weltkonflikte und dazu die Probleme der Sicherheit, des Arbeitsmarktes oder der öffentlichen Haushalte im eigenen Land - sie dienen als Beweis. Richtig, aber wie heißt es so treffend: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben. Und ebenso zutreffend ist, dass jede Krise nichts anderes ist als die Chance auf Veränderung und Verbesserung. Wichtig ist, dass das Ziel klar vorgezeichnet und im Konsens verankert ist. Wir haben es bei der EU fast aus den Augen verloren und bei innenpolitischen Themen oft mit Schwarzmalerei bis hin zur Polemik übertüncht. Sieht man einmal weniger aufgeregt nach vorne, wird erkennbar, dass wir auf dem richtigen Weg sind in Österreich und in Europa. Die Distanz, die wir beim Rückblick gerne anwenden, sollte uns den Blick in die Zukunft erleichtern. 2004 könnte so ein gutes Jahr werden.

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