Leitl fordert Erhöhung der wirtschaftsnahen Forschungsförderungsmittel

Investitionen in F&E-Bereich sind intelligente und nachhaltige Form der Standort- und Beschäftigungspolitik - Funktionierende Strukturen wie der FFF müssen erhalten bleiben

Wien (PWK909) - Für eine gezielte Weiterentwicklung der Forschungsförderungslandschaft spricht sich der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, aus. "Ziel muss der praxisnahe Zugang zu Forschungsgeldern sowie die nachhaltige Verbesserung der Situation für die innovativen Unternehmen sein, damit ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und verbessert und so der Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich an die europäische Spitze herangeführt werden kann." Dafür müsse die für die wirtschaftsnahe Forschungsförderung zur Verfügung stehenden Mittel erhöht und unter Berücksichtigung der strategischen Überlegungen des Rates für F&TE mit möglichst großer Hebelwirkung eingesetzt werden.

"Die geplante Neuausrichtung der F&E-Fördereinrichtungen muss auf Basis eines ausgewogenen strategischen Gesamtkonzeptes erfolgen, auf funktionierende Strukturen wie dem FFF aufbauen und allen Größen der vielen heimischen innovativen Unternehmen und Forschungsinstitute Rechnung tragen", so Leitl.

Um den von Unternehmen geäußerten Befürchtungen klar entgegenzutreten, sind vor allem für den Bereich der wirtschaftsnahen Forschung organisatorische Garantien nötig: "Insbesondere muss auch künftig eine ausreichende Autonomie des FFF-Bereichs und der Weiterbestand eines Entscheidungsorgans mit einer Mehrheit an Wirtschaftsvertretern zur weisungsfreien Vergabe der Fördermittel gewährleistet sein. Die unabhängige, weisungsfreie Beschlussfassung in forschungs- und technologie-relevanten Angelegenheiten muss unbedingt gewahrt bleiben", fordert Leitl.

"Wir brauchen eine positive Dynamik bei den für die wirtschaftsnahe F&E-Förderung ein-gesetzten Mitteln. Zielgröße muss ein Anstieg der gesamten Forschungsförderungsmittel um jährlich 12 % sein, um unsere Forschungsquote im europäischen Einklang bis 2010 auf 3 % zu erhöhen", stellt Leitl klar. Dabei müssen die für die wirtschaftsnahe Forschungsförderung eingesetzten Mittel eine höhere Dynamik als die Gesamtdynamik der öffentlichen Forschungsförderung aufweisen.

Leitl weist auch darauf hin, dass nur ein ausgewogenes Verhältnis zwischen bottom-up und top-down zum Erfolg führen kann. In diesem Sinne müssen "Centers of excellence" (top-down) genauso eingerichtet werden, wie ein breites Instrumentarium der bottom-up-Förderungen aufrecht erhalten werden muss. "Für die Finanzierung ist ein verbindlicher dynamischer Schlüssel für die Verteilung der Mittel zwischen top-down und bottom-up notwendig", macht Leitl aufmerksam. Wichtig zur Erreichung der Ziele sei jedenfalls die adäquate Einbindung der Interessenvertretungen der Wirtschaft auf allen Ebenen der geplanten F&E-Förderlandschaft. Darüber hinaus muss die Vernetzung österreichischer Akteure mit der europäischen Forschungslandschaft nachhaltig gestärkt werden.

Die WKÖ begrüßt das von der Bundesregierung beschlossene Innovationspaket - die Einrichtung einer Nationalstiftung für Forschung und Innovation, die Anhebung der Sätze für Forschungsfreibetrag und Forschungsprämie und die geplante Einrichtung eines "Österreichischen Hauses der Forschung" - sehr. So kann eine langfristige planbare Finanzierung der Forschungsförderung endlich möglich werden, die die Betriebe für ihre Forschungsaktivitäten dringend brauchen. Leitl: "Und nur so - durch massive Zukunftsinvestitionen in Forschung und Technologieentwicklung - kann der Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Österreich wettbewerbsfähig erhalten bleiben." (Ne)

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