Brinek: Spannendes Jahr für Universitäten als Übergang in eine neue Ära

Jede Universität hat im kommenden Jahr mehr Budget als im laufenden

Wien, 28. Dezember 2003 (ÖVP-PK) Das vergangene Jahr sei für die Österreichische Hochschullandschaft mit seinen letzten Vorbereitungen auf den "Beginn der neuen Ära vollrechtsfähiger, autonomer Universitäten in einem vernetzten europäischen Hochschulraum" eines der spannendsten überhaupt gewesen, zog ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg.z.NR Dr. Gertrude Brinek Bilanz über das "Wissenschaftsjahr 2003". "Ich danke allen Beteiligten an den Universitäten für ihren Einsatz und ihr großes Engagement, durch das die Implementierung des Universitätsgesetzes 2002 planmäßig durchgeführt werden konnte", so Brinek. Ein "neues Denken" an den Universitäten setze ein und werde immer mehr spürbar. ****

Das Jahr 2003 habe den Universitäten mit der Implementierung des UG2002 mehr Autonomie, neue Entscheidungsstrukturen, ein neues Personalrecht, neue Budgetverteilung und ein neues Rechnungswesen gebracht. Die Universitäten sind im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben nun berechtigt, neue Studienrichtungen einzuführen oder bestehende abzuschaffen. Sie können sich auch selbständig neue Organisationsstrukturen geben, was unter anderem die autonome Bildung von neuen Schwerpunkten in der Forschung erleichtert. Universitätslehrer bis hinauf zu den ordentlichen UniversitätsprofessorInnen können ihre universitäre Arbeitszeit reduzieren und teilweise in anderen Forschungsbereichen arbeiten. Die auf diese Weise frei gewordenen Personalressourcen werden zentral vergeben - ebenso unter Berücksichtigung von Schwerpunktsetzung und Fokussierung auf neue und alte Forschungsthemen. Das nach dem neuen Gesetz der Rektor bzw. das Rektorenteam unmittelbar Vorgesetztenfunktion für das Universitätspersonal hat, sei für manche KollegInnen gewöhnungsbedürftig, aber logisch begründet.

Die Kosten für die Implementierung des neuen Gesetzes seien mit 15 Millionen Euro (inklusive der 5,4 Millionen Euro für Personalaufwendungen) noch im laufenden Jahr zusätzlich abgegolten worden. "Die Universitäten haben ab 2004 volle Verfügungsautonomie über ihr gesamtes Budget", betonte die ÖVP-Wissenschaftssprecherin. Zusätzlich herrsche dadurch, dass den Universitäten erstmals bereits vor Jahreswechsel die Höhe ihres Budgets bekannt sei, mehr Planungssicherheit. Auch die Mittel aus den Studienbeiträgen verblieben ab dem kommenden Jahr zur Gänze an den Universitäten. "Insgesamt stehen den Universitäten für das Jahr 2004 1,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sind rund sechs Prozent mehr als heuer. Dabei hat jede Universität hat mehr Budget als im Vorjahr!", so Brinek.

Dies gelte natürlich auch für die in den vergangenen Wochen oft erwähnten Kunstuniversitäten. Die dortige Dotierung mit etwa 21.000 Euro pro Studierendem sei dreimal so hoch wie etwa der finanzielle Aufwand für einen Studierenden an der Uni Wien und liege auch "deutlich über dem, was die meisten Kunstuniversitäten in anderen Staaten aufwenden", erklärte die ÖVP-Wissenschaftssprecherin.

Außerhalb der Globalbudgets gebe es für die Universitäten aber noch eine Fülle anderer Möglichkeiten, Mittel aus den Geldern der Forschungsoffensive der Bundesregierung zu lukrieren. Die Nationalstiftung sei im Parlament verabschiedet worden, die Dotation des FWF die höchste, die es je gegeben habe. "Das UG2002 bietet den Universitäten auch neue Möglichkeiten zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft", führte Brinek aus. Die Mittel aus der Forschungsförderung und -infrastruktur werde man - bis auf eine Million Euro - jedoch "nicht mit der Gießkanne" verteilen, sondern leistungs- und projektorientiert vergeben. Eine wichtige Rolle spielten dabei auch die neu zu erstellenden Organisationspläne für die Universitäten: "Wer sein Haus jetzt gut bestellt, wird noch mit zusätzlichen Mitteln rechnen können. Ausländische Universitäts-Beispiele zeigen, auf welcher Strukturbasis moderne Universitäten am besten arbeiten können", so Brinek.

Insgesamt zeigte sich die ÖVP-Wissenschaftssprecherin erfreut darüber, dass der Trend zu höherer Bildung weiter anhalte. "Im laufenden Wintersemester 2003/04 sei erstmals die Marke von 200.000 Studierenden an Universitäten überschritten worden. Auch die Zahl der Erstzulassungen liegt elf Prozent über den Zahlen des Vorjahres", so Brinek, die vor allem über den hohen Frauenanteil bei den Erstzulassungen (mehr als 57 Prozent) herausstrich. "Diese Zahlen belegen eindeutig den hohen Stellenwert, den Bildung und Studium in unserem Lande haben. Weiters strafen sie all jene Lügen, die den Zugang zu akademischen Studien durch die Einführung der moderaten Studienbeiträge gefährdet sahen", verwies Brinek abschließend auf die Erhöhung der Studienbeihilfen auf 161 Millionen Euro.

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